Mirko Bonné

Hibiskus Code

Gedichte
Cover: Hibiskus Code
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832160012
Gebunden, 90 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

"Hibiskus, Held, es wird Zeit: so zu blühen" - Mirko Bonnes Gedichte treten auf wie die Blüten des Hibiskus, die sich in strenger Folge eine nach der anderen entfalten, öffnen und verblühen, um so einmalige Reihen und Übergänge zu schaffen. In bezwingend eigenwilligen Äußerungen hebt Mirko Bonne die Gegenstände des täglichen Lebens, die Begebenheiten und Erinnerungen in eine "sinnliche Schwebe" (Frankfurter Rundschau), in der man auf "Gedächtniseingreiftruppen" ebenso stößt wie auf Instrumente "zur Verzeichnung der Sorgengebiete". "Stumm stehe ich hinter der Wand. / Hände voll weißer Fahnen." Mirko Bonne wendet noch das Schweigen in die harte Schönheit des Gedichts.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2003

Trotz einer gewissen Anerkennung in manchen Teilen steht Nico Bleutge diesem Gedichtband von Mirko Bonne größtenteils skeptisch gegenüber. Der Dichter versuche, sich den Dingen über das genaue Betrachten zu nähern, diese gleichzeitig aber auch zu analysieren. Obwohl ihm dies in Teilen durch "kühle, zugreifende Formulierungen" gelinge, sei seine "lyrische Befundekunde", sein Versammeln verschiedenster Stile und Themen, einfach zu viel des Guten seien, meint der Rezensent, was in Verbindung mit "stilistischen Ungenauigkeiten" dazu führe, dass der Dichter seine eigenen Beobachtungen und Analysen verwässere.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.06.2003

Mirko Bonné ist bislang nicht als Lyriker in Erscheinung getreten, sondern als Romancier und Übersetzer von Lyrik, insbesondere der Lyrik des englischen Romantikers John Keats, informiert uns Michael Braun. Insofern wundert es ihn nicht, dass Bonné sich einen Brief Keats' zum literarischen Vorbild beziehungsweise Code erkoren hat: von einer "negativen Befähigung" sei darin die Rede, zitiert Braun aus dem Inhalt des Keats-Briefes, einer Befähigung, Unsicherheiten, Zweifel auszuhalten. In den formal sehr unterschiedlichen Gedichten Bonnés - die Bandbreite reicht vom kleinen Schnappschuss über das Trinklied zur hermetischen Ode, sagt Braun - kommt nach Dafürhalten unseres Rezensenten diese "negative Befähigung" erst dann so richtig zur Geltung, wenn sich Bonné von lyrischen Vorgängern und historisch besetzten Orten löst, andernfalls sieht Braun hier und da Mattigkeit oder Reminiszenzenhaftes aufschimmern. Rein äußerlich habe sich Bonné ein botanisches Muster verordnet, wundert sich Braun: der "Hibiskus Code" entfaltet sich nach der Blütenfolge des gleichnamigen Strauches in vier Abteilungen, und jede steht für verschiedene "Bewegungsformen der poetischen Erfahrung", erklärt Braun, das heißt der Dichter hat viel ausprobiert und Verschiedenes ist wohlgeraten.
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