Aus dem Spanischen von Stephanie Pannen. Ein Leuchtturm inmitten des Ozeans. Eine kleine, fast unbewohnte Insel. Verlorene Gestalten, die suchen, ohne zu finden. Eine faszinierende und überraschende Geschichte, die uns zwingt, keine Details zu vergessen, und die uns von der ersten Seite an fesselt. All das ist "Trazo de Tiza", eines der emblematischsten Werke von Miguelanxo Prado.
Ein veritabler Comic-Klassiker liegt hier in einer Neuauflage vor, freut sich Rezensent Ralph Trommer. Miguelanxo Prados ursprünglich vor drei Jahrzehnten veröffentlichter 80-Seiter dreht sich um Raúl, der mit seiner Yacht auf einer Insel landet und dort zwei Frauen kennenlernt, die Wirtin Sara und die mysteriöse Ana. Die Figuren sind komplex und voller Widersprüche, lobt Trommer, der sich freilich vor allem an den Zeichnungen nicht satt sehen kann: vorderhand im realistischen Stil gehalten, werden durch geschickte Farbgebung emotionale Zustände evoziert, die Schrift der Sprechblasen drängt sich derweil nie in den Vordergrund. Für die Neuauflage hat Prado seine - modern und ambivalent angegte - Geschichte noch einmal auf ein paar weiteren Comicseiten erweitert, freut sich der insgesamt sehr angetane Rezensent.
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