Mit 78 S/W-Abbildungen. Schlösser und Gärten gehörten zu den wichtigsten Gegenständen höfische Repräsentation. Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Versuch unternommen, diese immobilen Herrschaftsattribute in Kupferstichfolgen medial zu verbreiten, um auch diejenigen von ihrer Pracht zu überzeugen, die sie nicht vor Ort bewundern konnten. Die vorliegende Untersuchung durchleuchtet den jeweiligen historischen Kontext, in dem eine Serie entstand, und illustriert ihn mit einer Fülle von Quellen. Der Funktion der Stichserien wird ebenso nachgegangen wie ihren formalen Möglichkeiten und Entwicklungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2002
Architekturstichserien von Schlössern waren zwischen 1600 und 1800 ein wichtiges Kommunikationsmedium, schreibt Rezensent Matthias Müller. Michaela Völkel habe das erkannt und als erste, basierend auf ihrer Dissertation, eine detaillierte Untersuchung über diese Stichwerke in höfischen Bauten vorgelegt, die, zollt der Rezensent seine Anerkennung, viele Aspekte herausarbeitet. Die Kunstgeschichte hatte, weiß Müller, diese Bildgattung lange Zeit vernachlässigt, dabei ließe sich aus ihr, wie der Rezensent in seiner Besprechung ausführt, viel über Strukturen, Funktionen und Formen der Stiche ablesen. Völkels Studie jedenfalls findet er "ausgesprochen anregend" und unverzichtbar für die Hofforschung, allerdings hätte er sich doch gewünscht, wenn die Autorin auch einen Blick auf andere, vor der Zeit der Architekturstiche entstandene bildliche Darstellungen von Schlossbauten geworfen hätte.
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