Michael Steinberger

Der Unsichtbare

Tech-Milliardär Alex Karp, Palantir und der globale Überwachungsstaat
Cover: Der Unsichtbare
Ariston Verlag, Genf - München 2025
ISBN 9783424202847
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid. Das Softwareunternehmen Palantir vertreibt eine der weltweit leistungsstärksten Technologien zum Sammeln von großen Datenmengen. Damit handelt Palantir mit Informationen, die westliche Demokratien schützen sollen, aber auch ihren Zusammenbruch herbeiführen könnten. An der Spitze des Unternehmens steht der unkonventionelle CEO und Mitbegründer Alex Karp, der in Sozialtheorie promovierte und überraschende politische und philosophische Ansichten vertritt. Erstmalig hat Michael Steinberger vom New York Times Magazine exklusiven Zugang zu Alex Karp und beleuchtet in seinem Buch die Wahrheit hinter der öffentlichen Fassade dieses Mannes. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2026

Rezensent Gian Ehrenzeller lernt einiges aus diesem Buch über die Lebensgeschichte des Tech-Milliardärs Alex Karp, die gleichzeitig eine Geschichte von Palantir ist, des Unternehmens, das Karp gemeinsam mit Peter Thiel gegründet hat. Die Grundfrage, die das Buch beschäftigt, lautet: Wie kann einer, der sich selbst als jemand beschreibt, der auf Seiten des Guten gegen das Böse und insbesondere auch gegen den Faschismus kämpft, ein Unternehmen leiten, das Überwachungstechnologie herstellt, welche von Geheimdiensten und Militärs eingesetzt wird. Steinberger zeigt auf, dass das aus Sicht Karps solange kein Widerspruch ist, wie derartige Mittel den Guten helfen und den Bösen schaden. Der Autor zeichnet einerseits den intellektuellen Werdegang Karps im Umfeld von Jürgen Habermas nach, andererseits geht es darum, wie sowohl Karp als auch Thiel von Tolkien-Lektüren geprägt sind und ihr manichäisches Weltbild auf dessen "Herr der Ringe" beziehen. Insgesamt ergibt das, staunt Ehrenzeller, das sehr aufschlussreiche Bild von einem, der sich für einen Guten hält und daraus die Rechtfertigung ableitet, "die schlagkräftigsten Waffen in die Hand zu nehmen".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.12.2025

Rezensent Jens Balzer blickt mit diesem Buch interessiert auf das Leben des Tech-Oligarchen Alex Karp, dessen Firma Palantir regelmäßig für Schlagzeilen sorgt. Mit Autor Michael Steinberger, der viel recherchiert und auch ausgiebig mit Karp gesprochen hat, zeichnet Balzer nach, wie aus dem aus einem linksliberalen Milieu stammenden, bei Habermas studierenden Liberalen ein Tech-Magnat wurde, der inzwischen gemeinsame Sache mit Donald Trump macht. Balzer weist entlang der Lektüre darauf hin, dass der Einsatz der Palantir-Technologie, die die Analyse großer Datenmengen ermöglicht, insgesamt ambivalent zu bewerten ist: in den Händen der Trumpschen Abschiebebehörde ICE richtet sie viel Schaden an, in der Ukraine rettet sie Menschenleben. Karp selbst, dessen persönlicher Hintergrund jüdisch und afroamerikanisch ist, hat, rekonstruiert Balzer, vor allem den 7. Oktober 2023 als Zäsur erlebt und schimpft seither an der Seite der Rechten gegen liberale Migrationspolitik. Da ist jemand falsch abgebogen, ärgert sich Balzer - Steinberger scheint das ähnlich zu sehen -, der Gedanke, dass einer wie Karp über derartig viel Techno-Macht verfügt, behagt dem Rezensenten nicht.

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