Michael Stavaric

Böse Spiele

Roman
Cover: Böse Spiele
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406582400
Gebunden, 154 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Ein Mann, der Ich-Erzähler, liebt eine Frau, die mit einem anderen Mann zusammenlebt und mit ihm ein Kind hat, was nichts daran ändert, dass sie sich immer wieder treffen und nach einander verzehren. Aber da gibt es auch noch die andere Frau, die den Ich-Erzähler vergöttert und alles für ihn tun würde, aber auch alles von ihm verlangt. Die Erste fordert, ihren Mann Robert zu töten, damit es endlich zu irgendeiner Entscheidung kommt, die andere droht mit einem Clan-Krieg, wenn er ihre Liebe verrät. Alle spielen gemeinsam das Spiel von Liebe und Begehren, Lüge und Verrat, Hingabe und Entzug, mit allen Tricks und Kniffen, leidenschaftlich, abgründig, bisweilen komisch. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2009

Ein Mann ohne Namen: der Ich-Erzähler. Zwei Frauen: eine liebt er, eine liebt ihn. Ein Konkurrent: er trägt als einziger einen Namen, Robert. "Böse Spiele" ist ein Geschlechterkampfroman, in dem allerdings die Frontlinien höchst unklar verlaufen. Der Held will, so die Rezensentin Meike Fessmann, kein "Softie" sein und an der Oberfläche des Buches geht es durchaus heftig zur Sache. Innen aber ist das Buch, findet Fessmann, "hochsensibel" und der Gegenwartsrealismus ist auf durchaus kühne Weise angereichert mit mythischen Stücken von hier und von da. Was genau sie davon hält, weiß Fessmann nicht zu sagen - aber "fasziniert und befremdet" ist sie allemal.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2009

Ein anstrengendes Buch hat Friederike Reents da lesen müssen. Mühsam findet Reents nicht nur die Bemühtheit Michael Stavarics um Verwirrung im Plot und Originalität im Bild, sondern ebenso die Handlung selbst, eine "menage a trois oder sogar quatre", die sich zum Geschlechterkrieg ausweitet, ohne dass es die Rezensentin vom Stuhl haut vor Überraschung. Ein Schwerenöter mag der wenig konturierte männliche Held des szenischen Romans sein, doch das "Böse Spiel" treibt für Reents der Autor - und zwar mit seinen Lesern. Da liest sie lieber Andreas Maier, der nicht nur die indirekte Rede als Stilmittel beherrscht, sondern auch die tiefenscharfe Plot- und Personenführung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.03.2009

Geläufiges Romanhandwerk, wie man angesichts der Liebes- und Betrugsthematik befürchten könnte, ist Michael Stavarics "Böse Spiele" nicht, stellt Christoph Schröder mit Erleichterung fest. Die Geschichte, die hier erzählt werde, sei zwar der Anlage nach nichts Neues. Die Art jedoch, wie Stavaric sie präsentiere, ist sehr wohl neu, lobt Schröder. Denn im Vordergrund steht, wie der Rezensent beobachtet, ganz die Sprache, und die sei äußerst musikalisch komponiert. Nach anfänglicher Irritation sieht Schröder sie einen "eigenwilligen Sog" auf den Leser ausüben und mit ihren Aufzählungen und Aneinanderreihungen "ein verschärftes Tempo" forcieren. Daher wirkt das Buch auf den Rezensenten eher wie ein für die Bühne geschriebenes Sprechstück als wie ein Roman. Stavaric gerate zudem nie auf die ästhetischen Abwege Kitsch und Pathos, selbst wenn er Liebe als Krieg darstelle. Dafür gehe er mit seinem Material zu "diszipliniert und gekonnt" um, lobt der Rezensent. Wenn Schröder hier und da "einige Längen" konstatiert, kann dies den Eindruck eines gekonnten und lesenswerten "Sprachspiels" letztlich nicht trüben.
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