Michael Kahlo

Die Handlungsform der Unterlassung als Kriminaldelikt

Eine strafrechtlich-rechtsphilosophische Untersuchung zur Theorie des personalen Handelns
Cover: Die Handlungsform der Unterlassung als Kriminaldelikt
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783465029212
Gebunden, 408 Seiten, 70,56 EUR

Klappentext

Der Autor unternimmt eine genauere Begründung und damit auch Umgrenzung der nach wie vor problematischen Unterlassung im Strafrecht. Nachdem sie ihre gedankliche Basis im Begriff der Handlung als dem Fundamentalbegriff personaler Praxis gefunden hat, entwickelt die Untersuchung dessen damit geforderte Bestimmung sowohl durch genuin strafrechtliche Überlegungen zu zentralen Prinzipien und Figuren der allgemeinen Strafrechtslehre (cogitationis poenam nemo patitur, Tatstrafrecht, strafrechtlicher Unrechtsbegriff, Schuldgrundsatz, Straftheorie) als auch grundlagentheoretisch in Auseinandersetzung vor allem mit der neuzeitlich-kritischen Philosophie praktischer Freiheit (Kant). Abschließend werden am Beispiel des Straftatbestands der Unterlassenen Hilfeleistung (§ 323 c StGB) die echten Unterlassungen als Kriminaldelikte ausgewiesen und begrifflich erfasst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2001

Günther Jacobs kann sich für diese "sehr selbstbewusst" geschriebene Habilitationsschrift nicht wirklich erwärmen, auch wenn er einräumt, so manche Einsicht gewonnen zu haben und es durchaus faszinierend sei, wenn die "Staatsrechtswelt aus nur einem Punkt" erklärt wird. Doch das Ergebnis von Kahlos Überlegungen findet er zu vage und insgesamt spärlich - gemessen an dem Aufwand, den der Autor betrieben hat. In großen Teilen der Studie sieht der Rezensent sogar kaum noch einen Zusammenhang zu der eigentlichen Frage, nämlich dem "Problem der Unterlassung". Und auch zahlreiche Prämissen und Thesen des Autors nimmt Jacobs kritisch unter die Lupe, wobei er zahlreiche Einwände anbringt und Unterlassungen Kahlos diagnostiziert.
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