Michael Hertl

Totenmasken

Was vom Leben und Sterben bleibt
Cover: Totenmasken
Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002
ISBN 9783799500999
Gebunden, 215 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Seit der Antike haben die Menschen versucht, durch die Abnahme einer Maske auf dem Totenbett das Andenken an eine Person zu bewahren. Im 19. Jahrhundert kam es dann zu einem wahren Totenmasken-Kult, Kopien der Masken deutscher Dichtergrößen hingen in vielen bürgerlichen Wohnzimmern. Auch heute noch faszinieren uns diese letzten Bilder. Michael Hertl stellt sie in den Zusammenhang der allgemeinen Wirkung von "Masken" und der Ausdruckspsychologie des Gesichts. Die Entwicklung der Totenmasken vollzieht er in einer kulturgeschichtlichen Darstellung nach und macht sich über Sterben und Tod, Vergänglichkeit und Unsterblichkeit Gedanken. Zahlreiche Totenmasken bekannter Persönlichkeiten werden vorgestellt. Die Umstände ihres Todes und der Maskenabnahme, Analysen und die mitunter abenteuerlichen Geschicke echter und umstrittener Totenmasken werden anschaulich erzählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.11.2002

Christoph Vratz ist von dieser "kulturhistorischen Fundgrube" des Heidelberger Medizin-Professors Michael Hertl ganz und gar begeistert. Der Autor gehe dem Phänomen der Totenmaske sowohl "historisch" als auch "systemisch" auf den Grund, so der Rezensent, und stelle sein Wissen in einen kulturgeschichtlichen Rahmen. Die Argumente Hertls seinen dabei, lobt Vratz, "umsichtig", "perspektivenreich", "anschaulich" und "unaufdringlich leicht". Besonders spannend findet der Rezensent die vielen ungelösten Fälle, die Hertl in diesem Band aufführe, zum Beispiel, welche der beiden Totenmasken von Mozart die Echte sei und warum die Unbekannte aus Seine eine solche Faszination auf Dichter und Denker gehabt hatte. In diesem Band, verspricht der Rezensent, könne der Leser jedenfalls viel entdecken und zahlreiche Anekdoten wie "tiefsinnige Reflexionen" nachlesen.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…