Can Dündar

Lebenslang für die Wahrheit

Aufzeichnungen aus dem Gefängnis
Cover: Lebenslang für die Wahrheit
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783455504248
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe. Im November 2015 werden Can Dündar, Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung "Cumhuriyet", und Erdem Gül, Hauptstadtkorrespondent, verhaftet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen vor, Staatspräsident Erdogan stellt persönlich Strafanzeige und fordert lebenslange Haft. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an syrische Extremisten. Nach drei Monaten kommen die Journalisten vorläufig frei. Anfang Mai beginnt der Prozess: Dündar wird zu sechs, Gül zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In "Lebenslang für die Wahrheit" erzählt Dündar die ganze Geschichte von der Entdeckung der geheimen Waffenlieferungen über die Entscheidung, das belastende Filmmaterial zu veröffentlichen, bis zu den Ereignissen, die der Veröffentlichung folgten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.09.2016

Christiane Schlötzer schöpft mit Can Dündars Gefängnistagebuch Mut und Hoffnung. Hoffnung auf eine andere Türkei als diejenige Erdogans, dessen geheime Waffentransporte nach Syrien der Autor aufdeckte und dafür in Isolationshaft kam. Dass der Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet" mit klarem Blick das Böse vom Guten in der Türkei scheidet, findet sie dankenswert. Das Kafkaeske der Haft kann ihr Dündar auch vermitteln, vor allem aber die aufbauende Haltung dessen, der mit Stift und Papier optimistisch gegen Lüge und Machtmissbrauch streitet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2016

Hochbesorgt lässt die Lektüre den Rezensenten Rainer Hermann zurück. Was der Chefredakteur der ältesten türkischen Tageszeitung, Can Dündar, in der Isolationsaft notierte, sind für ihn wichtige Zeitdokumente. Es geht um die "finstere Zeit" unter Erdogan, seine gewaltreiche Machtausübung und sein Lügenregime. Dündar, nach der Aufdeckung der illegalen türkischen Waffenexporte nach Syrien angeklagt und verurteilt, schreibt laut Hermann zwar mit Witz und Humor, doch die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der türkischen Machthaber verschlagen dem Rezensenten den Atem.
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