Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462006513 Gebunden, 256 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Was passiert, wenn eine gefühlsresistente Spitzenmanagerin ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach absolvieren muss, der selbst in einer Sinnkrise steckt? Maxim Leos Roman über die Suche nach dem richtigen Leben und den Weg zu uns selbst. Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig, dass sie fachlich hochkompetent ist - aber menschlich eine ziemliche Katastrophe. Weshalb sie zum Coaching in ein Brandenburger Schloss geschickt wird - zu Alex Grow, dem berühmten Seelenflüsterer. Was niemand weiß: Seine Academy steht kurz vor dem Bankrott und Alex hat selbst mit Panikattacken zu kämpfen. Marlene ist seine letzte Hoffnung, denn im Erfolgsfall winkt ein Großauftrag der Aviola. Doch die Klientin bleibt skeptisch und verschlossen - bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen auftauchen, die Marlenes Augen und Herz öffnen und sie erahnen lassen, was am Ende wirklich zählt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2026
Das Szenario in Maxim Leos neuem Roman scheint makellos, so Rezensent Daniel Haas: eine erfolgreiche Managerin, der es an nichts mangelt außer an Empathie, wird zum Zwecke der Soft-Skill-Erweiterung in den "Selbsterfahrungskurs" bei einem Self-Help-Coach mit Finanz- und Bindungsschwierigkeiten geschickt, wo ein hotter Hausmeister sie romantisch wiederbelebt. Dazu ein Klecks Kapitalismuskritik, ordentlich PC-Jargon, straff gezogen und glatt gebügelt. Fertig. Zeitgeistiger gehts kaum, stellt der Rezensent fest. Nur leider versäumt es der Autor, eine klare Positionierung zu seinem Sujet zu entwickeln: Glaubt er nun tatsächlich an die hehren Versprechungen der Self-Care-Branche oder nicht? Dennoch kann Haas dem Szenario etwas abgewinnen, im Mindesten: ein paar Anregungen, was man aus der Anlage Interessanteres hätte herausholen können. Sowohl die Managerin Marlene als auch der Psycho-Coach Alex erweisen sich nämlich als sympathische und facettenreiche Charaktere, über die der Rezensent gerne mehr erfahren würde. Spannend wäre außerdem mal eine Umfrage unter Managerinnen, wie glaubhaft eine ideologische 180-Grad-Wende von der DAX-Konzern-Chefin zur Wildschweinstreichlerin in Folge eines Waldspaziergangs wirklich ist.
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