Matthias Schultheiss

Die Reise mit Bill

Cover: Die Reise mit Bill
Edition Splitter, Bielefeld 2010
ISBN 9783940864055
Gebunden, 288 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Trucker, Kaputt in der City, Kalter Krieg, Die Wahrheit über Shelby, Die Haie von Lagos - die 1980er gehörten Matthias Schultheiss. Auf dem "Umweg" über Frankreich eroberte der Hamburger die Comicwelt mit außergewöhnlichen Storys, die zwischen bittersüßer Melancholie und brachialer Härte neues Terrain erschlossen. Nun kehrt Schutheiss zurück und legt eine 288-seitige Graphic Novel vor, die einmal mehr beweist, dass er zu den ganz großen Erzählern des Mediums gehört. "Die Reise mit Bill" erzählt von Luke und seiner Tochter Tweets, die ziellos auf den Straßen Amerikas unterwegs sind und auf das eine, entscheidende Ereignis warten, das ihr Leben verändert. Als sie dem Krüppel Bill begegnen ahnen sie noch nicht, dass er ihrem Schicksal die Wende geben wird. Es ist der Auftakt eines großen, elegischen Abenteuers zwischen Traum und Realität, nach dem nichts mehr ist wie zuvor.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2010

Über das Comeback des legendären Comic-Zeichners Matthias Schultheiss ist Christoph Haas zwiegespaltener Meinung. Einerseits freut ihn das Wiedersehen mit einem großartigen, aussagekräftigen Zeichner, der viel vom Film gelernt hat und in diesem Vater-Tochter-Roadmovie im Amerika der 60er und 70er durch leuchtende Wüsten und die schneebedeckten Berge Kanadas führt. Andererseits aber findet Haas den voluminösen Band sprachlich wenig gelungen, pathetisch, esoterisch, sentimental. Dass es nicht ohne diesen Spirit geht, wenn man die Hippie-Ära a la "Easy Rider" beschwört, kann Haas nicht glauben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.07.2010

Christian Schlüter feiert mit Matthias Schultheiss' Comic "Die Reise mit Bill" die Wiederkehr eines in seinen Augen herausragenden Zeichners und Erzählers. Ausgiebig schwärmt er von den zeichnerischen und erzählerischen Feinheiten dieser Geschichte, in der ein Vater mit seiner kleinen Tochter einen traumatisierten Kriegsveteran auf der Suche nach einem Schamanen quer durch Amerika begleitet, wie er uns wissen lässt. Schlüter preist quasifilmische Darstellung, atmosphärische Dichte und Schultheiss' subtile Erweiterung "unserer Wahrnehmung", wenn die drei Reisenden auf ihrer Fahrt in immer abgelegenere und geheimnisvollere Gegenden geraten. Mit diesem "Roadmovie" bewegt sich der Autor in den Augen des hingerissenen Rezensenten auf alle Fälle auf der Höhe seiner besten Werke.

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