Aus dem Französischen von Patricia Klobusisczky. Reisen bringt das Bedürfnis mit sich, von seinen Reisen zu erzählen. Früher am gefürchteten Dia-Abend, heute mit einem endlosen Strom aus Posts, Pics und Messages. Mit dem Handbuch von Matthias Debureaux lernt man, wie sich der Erlebnisbericht weiter ausbauen lässt, welche Wendungen uns ins optimale Licht rücken, und zwar noch vor der Abreise, während der Tour und nach der Rückkehr sowieso. Jeder darf sich wiedererkennen; unser Lachen über den albernen Touristen meint uns selbst. Unterhaltsam, böse und klug: In einer Mischung aus Satire und Kulturgeschichte erzählt Debureaux von einer der großen Schwächen unserer Gesellschaft und wie sie auf die Spitze getrieben wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2017
Rezensent Hans Gasser weiß nach der Lektüre von Matthias Debureauxs Ratgeber um einiges besser, wie er einen ordentlichen Reisbericht zu verfassen hat. Allerdings muss er das Buch zu diesem Zweck gegen den Strich lesen, denn der Autor bringt einen Gemeinplatz der Reiseliteratur nach dem anderen, um stillschweigend abzuraten. So gekonnt er das anstellt, so ermüdend und redundant wirkt es nach einer Weile auf den Rezensenten, auch wenn der sich als Reisender, der naturgemäß immer das Ursprüngliche sucht, dauernd ertappt fühlt beim Lesen.
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