Massimo Carlotto

Die Marseille-Connection

Roman
Cover: Die Marseille-Connection
Tropen Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783608501346
Gebunden, 239 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel. In der düsteren Metropole zwischen Afrika und Europa tobt ein Territorialkrieg. Kommissarin Bourdet knallhart, hässlich und mit einer Schwäche für schöne Frauen tut nicht nur Gutes, um das Böse zu verhindern. Sie hat ihre eigene Definition von Verbrechens-bekämpfung. Ein korsischer Mafiaboss alter Schule und ein Berufskiller, der sein Handwerk in den Drogenkriegen Südamerikas gelernt hat, helfen ihr dabei. Das bekommen Sosim, Sunil, Giuseppe und Inez zu spüren. Sie haben zusammen Ökonomie in Leeds studiert und kommen nach Marseille, um die Welt zu erobern. Geldwäsche, Betrug, Öko- und Wirtschaftskriminalität auf der internationalen Bühne sind ihr Geschäft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2014

Auch in seinem neuen Roman "Die Marseille-Connection" bleibt der italienische Krimi-Autor Massimo Carlotto seinen Themen treu, freut sich Rezensent Steffen Richter. Er folgt hier einem Inder, einem Russen, einem Italiener und einer Schweizerin, allesamt jung, gebildet, aus reichem Hause und Experten für Wirtschafts- und Finanzfragen, die sich in Marseille in ein Netzwerk begeben, das die Fäden der chinesischen Triaden, der postsozialistischen Mafia, die radioaktives Tschernobyl-Holz verkauft, und der indischen Organ-Mafia zusammenführt. Der Kritiker lobt nicht nur Carlottos eindringliche Recherche, die den kriminellen Ereignissen ihre Glaubwürdigkeit verleiht, sondern erlebt dank des Autors auch einen ganz neuen Blick auf Marseille, das hier als höchst korrupte Hafenstadt erscheint, die zum Umschlagplatz zahlreicher Verbrechen wird. Dabei gelinge es dem Autor brillant, den Ton des Milieus, über welches er schreibt, zu treffen, so Richter, der diese Geschichte gebannt und in einem Zuge gelesen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.10.2013

Alex Rühle fühlt sich von Massimo Carlottos so skrupellosen wie hässlichen Ermittlerin Bernadette Bourdet an die Noir-Helden von einst erinnert, an Sam Spade oder Philip Marlowe. Nur ist die ganze Welt komplizierter und die Unterwelt noch brutaler geworden, weshalb Carlotto in "Die Marseille-Connection" den französischen Süden mit Russen, Korsen, Südamerikanern, Indern und Chinesen bevölkert, nur um sie dann im Akkord abkratzen zu lassen - besonders die Russen, verrät der Rezensent. Rühle weiß, dass Carlotto sich als Aufklärer betrachtet, der auf Undinge wie den internationalen Organhandel und die wachsende schwarzgraue Wirtschaft hinweist, Kriminalromane sollen dem Autor zufolge leisten, was der investigative Journalismus nicht mehr vermag, erklärt der Rezensent. Allerdings scheint Carlotto mit dem Verknüpfen der komplizierten Handlungsstränge und der Ausarbeitung der abschreckenden Fälle derart beschäftigt gewesen zu sein, dass er an die spezifisch literarische Ausarbeitung der Charaktere ihrer Umgebung keinen Gedanken mehr verschwendet hat, kritisiert Rühle.
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