Martina Lisa (Hg.), Daniela Pusch (Hg.)

Poezije

Zeitgenössische Lyrik aus Tschechien
Cover: Poezije
Edition FotoTapeta, Berlin 2026
ISBN 9783949262685
Kartoniert, 192 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Lena Dorn, Patrik Valouch und anderen. Fünfzehn Stimmen, ein Versprechen: Die Poesie siegt. Die Anthologie Poezije versammelt zeitgenössische tschechische Lyrik in ihrer ganzen Wucht und Zartheit. Gegliedert in drei Kapitel - Zu Haus, Auf der Suche, Fragile Zustände - entfaltet sich ein Panorama, das vermeintliche Geborgenheit zerlegt, nach Sprache und Haltung tastet und schließlich dort hinführt, wo Körper, Krankheit und Krieg einander berühren. Hier wird das Zuhause zum absurden Schauplatz, die Miete zur existenziellen Bedrohung, ein Operationsnarben-Netz zur zerstörten Eisenbahnlinie.Kamil Bouškas bitterböse Satire trifft auf Iryna Zahladkos erschütternde Doppelchronik aus Chemotherapie und Bombenterror. Večerkas slam-poetische Wut auf Excel-Monotonie steht neben Petr Hruškas stillen Aphorismen. Etablierte Größen und aufstrebende Debütant:innen verschmelzen zu einem Chor, der weder tröstet noch anklagt - sondern genau hinsieht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.09.2026

Rezensent Nico Bleutge findet den von Lena Dorn, Patrik Valouch und anderen übersetzten Band mit zeitgenössischer tschechischer Lyrik anregend. Vor allem Atrin Matustik und seine formverspielte Gesellschaftskritik gefällt Bleutge, aber auch Neuentdeckungen wie Anna Sedlmajerova mit ihren absurden Bildern liest er gern. Bei genauerem Hinsehen findet Bleutge aber auch Kritikpunkte. So bildet die Anthologie seiner Meinung nach nur auf den ersten Blick Vielfalt ab. Auf den zweiten wirkt der Band auf ihn einseitig, da die Herausgeberinnen Marina Lisa und Daniela Pusch vor allem AutorInnen ausgewählt haben, die in den 1980ern und 90ern geboren wurden und eher auf Botschaften über existenzielle Ängste setzen. Mehr sprachzentrierte Arbeiten hätten Bleutge noch mehr begeistert.