Wir Menschen werden von zehntausenden Bakterien besiedelt. Vor allem in unserem Verdauungstrakt spielen diese Kleinstlebewesen, mit denen wir seit vielen Jahrtausenden in einer heilbringenden Symbiose leben, eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Aber das fein austarierte Gleichgewicht in dem sogenannten Mikrobiom gerät seit einigen Jahrzehnten ins Wanken - paradoxerweise durch den übermäßigen und falschen Gebrauch eines unserer wirkungsvollsten Medikamente.
Die These des Autors: Durch den falschen und übermäßigen Gebrauch von Antibiotika, aber auch durch zu viele Kaiserschnittgeburten ist es zu einem fatalen Artensterben in unserem Mikrobiom gekommen - was wiederum zur massiven Zunahme der modernen Zivilisationskrankheiten Diabetes, Übergewicht, Asthma und Nahrungsmittelallergien geführt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2017
Bakterien, das weiß nun auch Rezensentin Lena Stallmach, sind in den meisten Fällen ein "zweischneidiges Schwert", denn sowohl ihre Existenz als auch ihre Abwesenheit kann Krankheiten auslösen. Der Infektiologe Martin J. Blaser beschreibt in seinem Buch informativ und spannend seine Beweissuche für eine These, die er schon vor 15 Jahren aufgestellt hatte, nämlich dass der zunehmende Einsatz von Antibiotika, insbesondere bei Kindern, im Zusammenhang mit vielen modernen Seuchen steht, Allergien auslösen kann und Übergewicht fördere. Blaser ruft daher zu einem bewussteren und überlegterem Einsatz von Antibiotika auf, wie es beispielsweise in Schweden vorgemacht wird. Die überzeugte Rezensentin kann sich hier nur anschließen.
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