Aus dem Ukrainischen von Annegret Becker. Neben Rekorden und Medaillenspiegel fasziniert bei Olympischen Spielen immer auch das gesellschaftspolitische Umfeld. Mal geht es um die Teilnahme von Frauen, mal sind es heute als skurril empfundene Sportarten wie Tauziehen, Seilklettern oder Krocket, für das 1900 nur ein einziges Ticket verkauft wurde. 1924 wurden gar Medaillen in Literatur, Musik und Malerei vergeben und 1936 reichten weder Hitler noch Roosevelt dem Olympiasieger Jesse Owens die Hand. 1968 ballten zwei Afroamerikaner in Mexiko City auf dem Siegertreppchen die Fäuste in den Himmel und 1972 erschütterte München und die Welt ein palästinensischer Anschlag. Mehrfach wurden die Spiele boykottiert, von Doping überschattet oder standen im Rampenlicht politischer Ränkespiele.Die ukrainischen Autorinnen haben eine Vielzahl an Fakten zusammengetragen und die ungewöhnlichsten aneinandergereiht. Ein preisgekröntes Grafikstudio aus Kiew verpasste dem Buch allen Widernissen im Land zum Trotz sein modernes Gesicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.07.2024
Auch als erwachsene Leserin findet Rezensentin Judith von Sternburg selbst nach mehrmaliger Lektüre immer noch etwas neues Interessantes in "Olympia!", diesem herrlich prallen Bilderbuch über die Olympischen Spiele. Jede Doppelseite bietet ein großes Wimmelbild, vollgepackt mit interessanten Fakten, skurrilen Details, spannenden Persönlichkeiten, mit komischen Geschichten, traurigen Geschichten, tragischen Geschichten, und natürlich Erfolgsgeschichten aus einem olympischen Jahrgang. Dabei kommen auch die Politik und gesellschaftliche Themen wie Rassismus und Gewalt nicht zu kurz, lobt die Rezensentin. Großartig auch die Illustrationen - "klar und lapidar" - die sich weniger auf das allgemeine Brimborium um die Spiele, als auf die Spiele selbst, den Sport, die Menschen, die ihn leisten konzentrieren, und zudem etwas schaffen, was Text allein nicht kann: Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse, das "Mit- und Gegeneinander" darzustellen, so die hingerissene Rezensentin.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…