Herausgegeben und übersetzt von Martin Baltes, Fritz Boehler, Rainer Höltschl, Jürgen Reuß. Mit 118 Videostills. Der vorliegende Band vereinigt Gespräche und Interviews mit Marshall McLuhan, geführt von: Louis Forsdale, Gerald Emanuel Stearn, Eli Bronstein, Jean Pare und Eric Norden (Playboy). In dieser Form authentischer Zeugnisse äußern sich McLuhans Sprache und Wesen besonders deutlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.04.2002
"Wie ein vorweggenommener Internethype" kommt Marshall McLuhan dem Rezensenten Malte Oberschelp manchmal vor, aber auch wie ein Vorläufer des vernetzten Denkens, den man zum Teil erst heute ganz verstehen kann. Oberschelp charakterisiert McLuhan als einen Visionär, der seine Bücher schon in den sechziger Jahren "als Hypertext avant la lettre" montierte, um dem linearen Denken zu entkommen und die Wirkungsweisen der für ihn so geschichtsmächtigen Medien zu illustrieren. Die hier vorliegenden Interviews sind für den Rezensenten ein Glücksfall, nicht nur, weil sie im Deutschen (wie übrigens auch ein großer Teil seiner Bücher) noch nicht vorlagen, sondern auch, weil McLuhan hier leichter zu verstehen ist als in seinen Büchern selbst. Beim Reden scheint er sich diszipliniert zu haben und "genauer zu formulieren". Das Interview mit dem US-"Playboy" empfiehlt Oberschelp darum geradezu als einen "Volkshochschulkurs 'McLuhan für Anfänger'". Oberschelp bedauert in seiner Kritik, dass McLuhan zwar berühmt, aber im Grunde wenig gelesen sei. Manche der Visionen seiner permanent ratternden Denkmaschine hätten sich zwar als hinfällig erwiesen, andere aber erscheinen ihm höchst aktuell - etwa, was er zum Fernsehen sage: "Die Berichterstattung ist der Krieg." Ausdrücklich lobt Oberschelp die Arbeit der vier Übersetzer und Herausgeber, die McLuhans Sprache "deutlich modernisiert" und überdies einen "klugen Essay" angefügt hätten.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…