Margaretas Leben ist bestimmt durch die regelmäßigen Andachten und Gottesdienste des Vaters und ihre Pflichten im Haushalt. Viel verwirrender all die anderen Erfahrungen, die Margareta macht. Da ist der blinde Lehrer, bei dem sie Nachhilfestunden nimmt und bei dem sie sich wohl fühlt. Genauso verlockend, aber auch abschreckend sind die Erlebnisse auf dem Bauernhof der Brüder Kalle und Emil. Margareta und die ältere Gunvor helfen dort bei der Kartoffelernte. Für Gunvor ist es normal, dass Kalle am Abend in die Kammer der beiden Mädchen kommt. Irgendwie möchte Margareta ja auch wissen, was passiert. Aber Kalles Küsse sind nass und eklig und außerdem riecht er nach Schnaps. Margareta weiß nicht, wie sie sich verhalten soll, damit die anderen sie mögen und Gunvor ihre Freundin bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Eine schwierige Kindheit mit schwierigen Eltern - einer ewig jammernden Mutter und eines bemitleidenswerten Pastor-Vaters - erlebt die Heldin des Buches, und dennoch, so Elisabeth Endres, ist der Autorin ein erstaunlich beglückender Text gelungen. Obwohl das Glücksversprechen, das in der Begegnung des Mädchens mit einem blinden Lehrer liegt, doch wieder zurückgenommen wird, eine "Fast-Freundin" durch ihr Ordinär-Sein wieder verschreckt und das Erlebnis einer Geburt sie als "anscheinend lebensgefährlich" berührt, hält die Heldin fest an der "anderen Möglichkeit des Menschen" und kann sich sogar an der Welt wieder freuen, weil Freude eben zum Leben dazugehört.
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