Margareta Strömstedt

Astrid Lindgren

Ein Lebensbild
Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783789147173
Gebunden, 382 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Birgitta Kircherer. Mit 100 Fotos und Illustrationen. "Ich kann mit dem besten Willen nicht begreifen, was ich getan habe, um so beliebt zu werden. Mir fällt nichts ein, womit ich das verdient hätte." Doch genau das ist sie, weltberühmt und von allen geliebt. Und das mit Recht: Astrid Lindgren. Jahrzehntelang hat Margareta Strömstedt, Journalistin und Kinderbuchautorin, zahllose Gespräche mit ihr geführt. Daraus ist das Lebensbild einer einzigartigen Dichterin entstanden: Astrid Lindgren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2001

Biografen hätten so ihre Mühe mit Astrid Lindgren, schreibt Monika Osberghaus in ihrer Kritik über diese "warmherzige Biografie". Denn die "weltberühmte Kinderbuchautorin" lege großen Wert auf Einsamkeit und lebe von der Außenwelt abgeschottet. Margarete Strömstedt habe es jedoch leichter gehabt - sie sei gut mit Lindgren befreundet. Strömstedt vermische die Kindheit Lindgrens mit Erlebnissen des "Personals ihrer Kinderbücher". Die Rezensentin rechtfertigt dies denn auch: Lindgren selbst behaupte schließlich, sie gebe in ihren Büchern nur Dinge weiter, die sie selbst erfahren habe. Der Rezensentin gefällt diese Biografie - nur die Beschreibung der älteren Lindgren, der "etablierten Kinderbuchautorin" bereite der Autorin gewisse Probleme. Auf nach Bullerbü...
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2001

In einer Sammelbesprechung widmet sich Christina Thurner drei "biografischen Publikationen über Frauen".
1.) Maren Gottschalk: "Der geschärfte Blick" (Beltz und Gelberg)
Thurner scheint es sehr zu gefallen, dass die Autorin hier keine Neigung zum Glorifizieren zeigt, sondern sachlich die Lebenswege von sieben Journalistinnen schildert. Zwar ist, so die Rezensentin, durchaus "Bewunderung und (...) Anteilnahme" der Autorin spürbar. Doch dass Gottschalk auch Schwächen und Fehler dieser Frauen Raum gibt, gehört für Thurner zu den Stärken des Bandes. Deutlich wird ihrer Ansicht nach, auf welche Weise sich diese Frauen in einer für sie nicht immer förderlichen Umgebung dennoch durchgesetzt haben. Doch "zur direkten Nachahmung" sind diese Lebenswege nicht unbedingt geeignet, so Thurner. Denn so manche Biografie habe Gottschalk auch als Leidensweg dargestellt.
2.) Dorothee Hesse-Hoerstrup: "Lebensbeschreibungen für junge Leser" (Peter Lang)
In dieser Dissertation wird, so Thurner, "fundiert und plausibel" dargestellt, wie sich die Vorstellung davon, was ein Vorbild ist, im Laufe der Jahre gewandelt hat. So sei etwa eine Verherrlichung teils fiktionaler Art in Erzählungen und Romanen einer sachlicherer Darstellung primär informierenden Charakters gewichen. Zwei Aspekte hebt Thurner darüber hinaus als besonders interessant hervor. Zum einen habe die Autorin gezeigt, dass Biografien, die sich an Jugendliche richten, inhaltlich und was die Darstellung betrifft, kaum noch von denen, die eher Erwachsene als Zielpublikum haben, unterscheiden. Zum anderen gibt es mehr Biografien über Frauen - nicht nur, weil Emanzipation heute einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert hat, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen: Biografien werden nun mal viel lieber von Frauen als von Männern gelesen, so die Rezensentin.
3.) Margareta Strömstedt: "Astrid Lindgren" (Oetinger)
Nach Thurner nähert sich die Autorin hier dem "Phänomen Astrid Lindgren behutsam und sehr diskret". Das heißt im Klartext, dass die "Schattenseiten des Daseins ihrer Protagonistin" zwar nicht verschwiegen werden, jedoch kaum eine Rolle spielen. Schwerpunkt ist die recht unbeschwerte Kindheit Lindgrens, so Thurner, wobei die Autorin auch immer wieder (etwa durch Zitate) Verbindungen zu Lindgrens Kinderbüchern herstelle. Nach Thurners Diagnose geht es also auch weniger darum, einen Einblick in Lindgrens Leben zu erhalten, sondern darum, "das Geheimnis der Qualität von Lindgrens Geschichten aufzudecken".