Margaret Mazzantini

Manola

Roman
Cover: Manola
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783627000400
Broschiert, 301 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Ulrich Hartmann. Ortensia und Anemone sind Zwillingsschwestern und dennoch grundverschieden. Sie sind sich nicht grün und legen Wert auf die Feststellung, zweieiige Zwillinge zu sein. Ortensia ist der Pechvogel der beiden, das Aschenputtel: magersüchtig, verhärmt, am ganzen Körper dicht behaart, steckt sie voller Komplexe und klammert sich an die verschiedensten Heilslehren. Anemone dagegen ist der Glückspilz: das schöne Mädchen ohne Probleme, von allen geliebt, die übermütige, strahlende, sexsüchtige Barbiepuppe, selbstverliebt und genußsüchtig, die alles Intellektuelle verachtet und ihre Schwester mit der Herablassung einer großmütigen Siegerin behandelt. Beide Frauen suchen dieselbe Hellseherin auf: die Magierin Manola - eine rätselhaft schweigsame Gestalt ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.01.2001

Ziemlich angetan ist Gustav Zürcher von Margaret Mazzantinis zweiten Roman, der es seiner Meinung nach schafft, "verwegene Abwege der Seele" zu beschreiben, ohne dabei an Klarheit zu verlieren oder "ästhetischen Zauber" einzubüßen. Es geht um ungleiche Zwillingsschwestern, die sich der geheimnisvollen Manola anvertrauen und um den Dichter Poldo, der das eingefahrenen Gefüge zwischen den beiden Schwestern aufbricht. Thema des Romans ist nach Zürchers Meinung "eine aus den Fugen geratenen Weiblichkeit". Die Art und Weise, wie Mazzantini dies beschreibt, gefällt dem Rezensenten außerordentlich gut. Ihrer Phantasie setze die Autorin keine Grenzen, Surrealem mische sich mit einer wohlgeordneten Darstellung der Charaktere: "Gewürzt und geschärft mit sämtlichen Mitteln des literarischen Unernstes ? verwandeln sich Mazzantinis überbordende Ein- und Ausfälle zu ästhetischen Bausteinen eines intelligenten Zeitromans", lautet das durchweg positive Fazit des Rezensenten

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2000

Friedmar Apel gibt in seiner Rezension zunächst eine kleine Einführung in die Gattung des (italienischen) Kunstmärchens, an deren Auferstehung die Autorin sich hier versucht. Besonders gelungen scheint er dieses Ansinnen allerdings nicht zu finden. Zwar gibt es auch hier die märchenüblichen Zutaten wie ungleiche Schwestern, `Feen, Ritter, Fürsten, Hexen`. Die "moralités" jedoch haben für seinen Geschmack eine zu deutliche Schlagseite hin zu "heutiger Populärpsychologie": "Pseudoreligiöser Unsinn von Horoskop und Wahrsagerei bis hin zum Euro-Buddhismus" scheint nicht Apels Sache zu sein. Zwar lobt er die Intelligenz und die sprachlichen Fähigkeiten der Autorin. Aber die Anhäufung von Skurrilitäten, menschlichen Absonderungen und die "sämtlichen vierhundert Phobien" des Mädchens Ortensia sind ihm dann doch zuviel.
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