Anthea-Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783899984569 Gebunden, 320 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch. Ein Anruf in der Nacht - und die Vergangenheit kehrt zurück. Ein nächtliches Gespräch mit der Mutter führt Marek wieder in seine Jugend. Zurück in eine Familie mit dysfunktionalen Mustern und in ein Umfeld, das Andersartigkeit bestraft. Als queerer Junge in einer konservativen Industriestadt ist Mobbing Mareks ständiger Begleiter. Und die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche von 1989 belasten nicht nur ihn, sondern die ganze Familie - in Form von Armut, Alkoholismus und Gewalt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.02.2026
Rezensentin Stephanie von Oppen ist restlos begeistert von diesem autofiktionalen Debütroman des tschechischen Lyrikers. Darin wird die Coming-of-Age-Geschichte sowie das Coming-Out Protagonisten erzählt, der den kürzlichen Tod seines alkoholkranken Großvaters zum Anlass nimmt, auf sein Leben zurückzublicken, erfahren wir. Besonders sei dabei die Erzählweise des Textes, da er sich nicht nur in einem Bewusstseinsstrom ergieße, sondern auch konsequent in der Du-Form geschrieben sei, was die Immersion nur verstärke. Neben ersten homosexuellen Erfahrungen geht es auch um eine innige und respektvolle Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner Mutter, was die Kritikerin - besonders, wenn der Sohn für sein Studium die Mutter verlassen muss - an die Romane des französischen Schriftstellers Didier Eribon erinnert. Generell ist dieser Erstling von einer einnehmenden Liebe zu all seinen Figuren durchdrungen, wodurch von Oppen bedenkenlos in den Chorus miteinstimmen kann, der ihn als erfolgreichsten, tschechischen Roman seit langem feiert.
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