Mareike Fallwickl

Das Licht ist hier viel heller

Roman
Cover: Das Licht ist hier viel heller
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2019
ISBN 9783627002640
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Maximilian Wenger war einer der Großen, ein Bestsellerautor, ein Macher. Jetzt steht er vor einem Scherbenhaufen: Niemand will mehr seine Romane lesen, und seine Frau hat ihn gegen einen Fitnesstrainer eingetauscht. In einer kleinen Wohnung unweit von Salzburg verkriecht er sich vor der Welt.Wengers achtzehnjährige Tochter Zoey plant ihre Zukunft nach ganz eigenen Vorstellungen. Schnell merkt sie, dass sie dabei an ihre Grenzen stößt - und das Erwachsenwerden mit Schmerz verbunden ist. Dann bekommt Wenger diese Briefe. Obwohl sie an seinen Vormieter adressiert sind, öffnet er sie, und es trifft ihn wie ein Schlag: Sie sind brutal und zart, erschütternd und inspirierend. Wer ist die geheimnisvolle Fremde, die von flüchtigem Glück, Verletzungen und enttäuschter Hoffnung erzählt?
Was Wenger nicht weiß: Auch Zoey liest heimlich in den Briefen. Sie hat etwas erlebt, das sich in diesen wütenden Worten spiegelt. Beide, Vater und Tochter, werden an einen Scheideweg geführt, an dem etwas Altes endet und etwas Neues beginnt. Mit großer Empathie schreibt Mareike Fallwickl über das Gelingen und Scheitern von Liebe, Freundschaft und Familie, digitale und analoge Scheinwelten, Machtmissbrauch und weibliche Selbstbestimmung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2019

Paul Jandl liest den neuen Roman der Österreicherin Mareike Fallwickl als herrlich bösen Kommentar zur #MeToo-Debatte. Wenn ihm die junge Autorin und Journalistin von einem einst gefeierten, inzwischen abgehalfterten Schriftsteller erzählt, der, nachdem seine Frau aufgrund seiner zahlreichen Affären mit dem Fitness-Trainer durchgebrannt ist, den letzten Funken Männlichkeit beim Soap-Schauen mit dem Griff in die "unsaubere Unterhose" herauskitzelt, erkennt Jandl in dem Roman auch eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb. Wie Fallwickl ihren Schlag gegen "toxische Männlichkeit" mit einer Binnenstory um eine Frau, die in poetischen Briefen auf eine vergangene Liebesbeziehung zurückblickt, konfrontiert, findet der Kritiker ebenfalls gelungen. "Knackige" Sätze und ein satirisches Gespür lassen Jandl eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.10.2019

Rezensentin Dina Netz liest "Das Licht ist hier viel heller" mit wechselnden Gefühlen. Zuerst ist da das Interesse an den spannenden und vielschichtigen Figuren, denen Mareike Fallwickl jeweils eine ganz eigene Sprache verleiht: der Schriftsteller Wenger, der vor Jahren "nicht ganz einvernehmlichen Sex" mit einer 18-Jährigen hatte, seine Tochter Zoey, die im selben Alter sexuellen Missbrauch erfährt. Dazu kommen eine mysteriöse fremde Frau und Zoeys homosexueller Bruder, die laut Netz alle höchst differenziert beschrieben werden. Nach einiger Zeit erscheint ihr das pointierte Schreiben der Autorin aber ein wenig "angestrengt". Vor allem aber, und das ist das große Manko dieses Buches, will es zu viel, so Netz. Der alte weiße Mann soll sein Fett weg bekommen, die junge Frau soll ihre Opferrolle ablegen, der Literaturbetrieb soll als eitel und eingebildet entlarvt werden und der Leser soll das alles bitteschön verstehen. Damit ist die Autorin allerdings nah am Zeitgeist, gibt die Rezensentin zu, die den Roman so gesehen dann doch "bemerkenswert" findet.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…