Manfred Pfister

Englische Renaissance

Cover: Englische Renaissance
Galiani Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783869713267
Gebunden, 480 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Kaum eine Epoche zeigt die Entwicklung der modernen europäischen Welt mit ihren Höhen und Tiefen konzentrierter als die englische Renaissance. Innerhalb kürzester Zeit mutiert die Insel aus halber Barbarei zum europäischen Motor von Kapitalismus, Kunst und Wissenschaft. In über 500 von ihm ausgewählten, eingeleiteten und übersetzen Originaltexten entfaltet Manfred Pfister ein immens vielfältiges Panorama, das von Chaucer und Erasmus über Shakespeare bis zu Milton reicht. Er porträtiert u. a. dichtende Königinnen, hexengläubige Herrscher, den Tabak nach Europa importierende Staatspiraten, Theatergiganten wie Ben Jonson und Shakespeare, grandiose Lyriker, Musiker wie John Dowland, Erfinder der Zukunft (Thomas Morus; Utopia) und Philosophen wie Francis Bacon (Der Fortschritt der Wissenschaft).Zudem findet sich auch Ungewöhnliches wie der Biograf der Melancholie (Robert Burton), Radikalkommunisten wie die "Levellers", eine Hebamme, die als erste die Funktion der weiblichen Geschlechtsteile unvoreingenommen beschreibt (Jane Sharp), oder John Greene, der Kartentricks und Kleingaunereien aus dem Londoner Untergrund aufdeckt. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2026

Mit Freude taucht Rezensent Martin Mulsow mit diesem Band in die Englischen Renaissance ein. Zahlreiche Texte aus dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert sind hier versammelt, neben bekannten Namen wie Shakespeare, John Milton und Francis Bacon tauchen auch viele weniger geläufige auf. Sortiert sind die Beiträge nicht chronologisch, sondern thematisch, nach Bereichen wie "Krankheit" und "Schule". Mulsow gefällt besonders der skeptische Tonfall einiger philosophischer Texte, es gibt aber auch Derbes zu lesen und zwischendrin lernt man allerhand übers Hofleben und Anderes. Gut gelungen sind außerdem die biografischen, klug verdichteten Einführungstexte des Herausgebers und Übersetzers Manfred Pfister. Die grafische Gestaltung lässt ebenfalls keine Wünsche offen, schließt der Rezensent enthusiastisch.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.01.2026

Ein kommendes Standardwerk ist Manfred Pfisters Kompendium über die englische Renaissance, glaubt der begeisterte Rezensent Hans von Trotha. Pfister hat für diesen Band zahlreiche Quellen ausgewählt, gekürzt, sortiert und auch übersetzt. Als Vorbild dient laut Trotha Tobias Roths vergleichbare Unternehmung zur italienischen Renaissance, anders als diese ist Pfisters Band allerdings nicht chronologisch geordnet, sondern thematisch. Die einzelnen Themenbereiche werden jeweils von Pfister eingeleitet, seine Ausführungen ergänzen sich perfekt mit den jeweils ausgewählten Originaltexten - darunter Klassiker von Milton, Burton und natürlich Shakespeare. Inhaltlich steht laut Trotha der Begriff "Modernisierungsschub" im Zentrum, tatsächlich zeigt Pfister auf, wie sich die englische Gesellschaft der Zeit an allen Ecken und Enden veränderte. Die Entstehung einer nationalen Literatur, der zentrale Beitrag von Frauen für intellektuelle Entwicklungen, Überlegungen zu Sexualität und Religion, die Erweiterung geographischer Horizonte, Shakespeare-Monologe - über all das und noch viel mehr findet man in diesem Buch Lesenswertes, staunt Trotha. Besonders toll: man kann es genauso gut von Anfang bis Ende durchlesen oder einfach querfeldein darin herumschmökern. Insgesamt, schließt die begeisterte Rezension, lernt man hier unglaublich viel über kulturelle Dynamiken. Jetzt fehlt nur noch ein vergleichbarer Band zur deutschen Renaissance, findet Trotha. 

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.11.2025

Dieser fette, 2,6 Kilo schwere Band über die englische Renaissance des Historikers Manfred Pfister ist "ein Leseereignis", ruft Rezensentin Susanne Mayer. Englische Renaissance? Doch, gab's. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, unter Heinrich VIII. und Elisabeth I.. Es war eine blutige Zeit, Katholiken und Protestanten kämpften um die Macht, während die Pest wütete. Aber es gab auch Shakespeare, John Donne, John Milton, Thomas Morus, John Dowland und Inigo Jones. Gleichzeitig fallen soziale Grenzen, die vor kurzem noch als unüberwindbar galten, erzählt Mayer, die vollkommen hingerissen ist von dem "frischen Ton" mit dem Pfister die Klassiker zu neuem Leben erweckt: Mal mit der Hilfe von Sting, mal mit er von Deleuze. Und wunderschön ist es auch, schwärmt Mayer: mit feinstem Papier, eleganter Schrift und großartigen Abbildungen. "England wird den Kontinent um dieses Buch beneiden", frohlockt die Rezensentin.

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