Magdalena Jagelke

Ein gutes Verbrechen

Cover: Ein gutes Verbrechen
Voland und Quist Verlag, Dresden und Leipzig 2018
ISBN 9783863912147
Gebunden, 120 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Tara ist noch ein Teenager, als ihre alleinerziehende Mutter beschließt, die Tochter sei ohne sie besser dran. Die Mutter verschwindet und überweist monatlich Geld. Die Tochter kämpft und überlebt. Sie sucht nach Liebe in Paris, findet so etwas wie eine Familie beim Milchmann am Stadtrand, pinkelt auf Geldscheine der Mutter, lässt sie auf der Heizung trocknen und bezahlt damit im Supermarkt ihre Brötchen. Magdalena Jagelke verblüfft mit ihrem kunstvollen, klaren Sound und mit einer Geschichte, die uns hadern lässt: Kann das Verlassen des eigenen Kindes ein gutes Verbrechen sein?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2018

Carola Ebeling scheint überzeugt von Magdalena Jagelkes Debüt. Der Text, laut Rezensentin eher Novelle als Roman, erzählt als Fallstudie anhand einer jungen Frau die Geschichte einer Vereinzelung und Verwilderung. Dass sich die Autorin für Verdichtung und Bildhaftigkeit und gegen Psychologie entschieden hat, findet Ebeling in Ordnung, auch wenn es viel um Angst und Sehnsucht nach Liebe geht. Die Umkehrung des Wolfskinder-Topos findet Ebeling eigenwillig und ganz im Sinne der Geschichte genutzt von der Autorin.