Magdalena Jagelke

Ein gutes Verbrechen

Cover: Ein gutes Verbrechen
Voland und Quist Verlag, Dresden und Leipzig 2018
ISBN 9783863912147
Gebunden, 120 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Tara ist noch ein Teenager, als ihre alleinerziehende Mutter beschließt, die Tochter sei ohne sie besser dran. Die Mutter verschwindet und überweist monatlich Geld. Die Tochter kämpft und überlebt. Sie sucht nach Liebe in Paris, findet so etwas wie eine Familie beim Milchmann am Stadtrand, pinkelt auf Geldscheine der Mutter, lässt sie auf der Heizung trocknen und bezahlt damit im Supermarkt ihre Brötchen. Magdalena Jagelke verblüfft mit ihrem Sound und mit einer Geschichte, die uns hadern lässt: Kann das Verlassen des eigenen Kindes ein gutes Verbrechen sein?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2018

Fragil wie eine "Bleistiftzeichnung" erscheint Rezensent Cornelius Dieckmann Magdalena Jagelkes Novelle "Ein gutes Verbrechen". Sie erzählt die Geschichte von Tara, die früh von ihrer Mutter verstoßen wurde und unter deren Abwesenheit leidet, ein deprimierendes Vorstadtleben führt und ein nicht näher bestimmtes Verbrechen begeht. Beeindruckt zeigt sich Dieckmann nicht nur von der an Camus erinnernden "dunklen Sachlichkeit" und der Bildgewalt Jagelkes, sondern auch von ihrem Geschick, Einsamkeit nachfühlbar zu machen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2018

Carola Ebeling scheint überzeugt von Magdalena Jagelkes Debüt. Der Text, laut Rezensentin eher Novelle als Roman, erzählt als Fallstudie anhand einer jungen Frau die Geschichte einer Vereinzelung und Verwilderung. Dass sich die Autorin für Verdichtung und Bildhaftigkeit und gegen Psychologie entschieden hat, findet Ebeling in Ordnung, auch wenn es viel um Angst und Sehnsucht nach Liebe geht. Die Umkehrung des Wolfskinder-Topos findet Ebeling eigenwillig und ganz im Sinne der Geschichte genutzt von der Autorin.
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