Herausgegeben und mit einem Vorwort von Eva-Monika Turck. Dreisprachig. Lucien Clergue ist vor allem als Bildchronist der letzten Jahre Picassos und als Aktfotograf bekannt geworden. Seine Themenvielfalt reicht von Bildern der Gaukler und Zigeuner über Abstraktionen und Aktfotos (die Freizügigkeit der Serie "Nus de la Mer" machte ihn weltbekannt) bis hin zu einem umfangreichen Corpus von Porträts. Dieser Fotoband bietet erstmals einen Gesamtüberblick über sein Werk und setzt es in Beziehung zum Schaffen seiner Künstlerfreunde und Zeitgenossen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2004
Freddy Langer empfiehlt dieses Buch als Vermächtnis eines unbekannten Bekannten der Fotografie. Denn Lucien Clergues Name steht bis heute allein für weibliche Akte, eine Wahrnehmung, vermutet Langer, die er mit der Auswahl dieses Sammelbandes korrigieren wollte. So öffnet sich stattdessen der Blick auf die Seelenwelt von einem, der Zeit seines Lebens zwischen "Hoffnung und Misstrauen" schwankte, auf ein Bild gewordenes "Gefühl der Verlorenheit", typisch für die Nachkriegsgeneration, der Clergue angehörte: ein paar Schuhe inmitten von Unrat, "rätselhafte Aufnahmen" seiner zerstörten Heimatstadt Arles, Gaukler und Artisten. Eingebettet in sein Gesamtwerk offenbaren dann auch die Aktfotografien ihren symbolischen Gehalt - dem Rezensenten zufolge ging es Clergue nie um den weiblichen Körper an sich. Die dreisprachige Ausgabe werde von der Herausgeberin Eva-Monika Turck "detailliert" eingeleitet - Clergues Werdegang, seine Freundschaft mit Picasso und Cocteau, seine Verdienste als Gründer des renommierten Fotofestivals von Arles.
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