Lize Spit

Autobiografie meines Körpers

Cover: Autobiografie meines Körpers
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783103975611
Gebunden, 400 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Flämischen von Helga van Beuningen. Lize Spit wächst mit einer alkoholkranken Mutter und einem unberechenbaren Vater auf. Einsamkeit, Unsicherheit und Scham schreiben sich früh in ihren Körper ein. Als ihre Mutter eine zerstörerische Diagnose erhält, riskiert Spit alles, um das toxische Erbe ihrer Eltern zu zerschlagen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.12.2025

Ein bisschen ermüdend findet Rezensentin Sigrid Brinkmann die sehr ich-bezogenen Schilderungen in Lize Spits neuem Buch, das die Geschichte ihres Körpers und ihrer Diabetes-Erkrankung mit dem Sterben ihrer Mutter an Speiseröhrenkrebs verbindet. Die Erzählung widmet sich dem körperlichen Verfall, aber auch den schwierigen Familiendynamiken mit vielen Zeit- und Perspektivenwechseln, was Brinkmann zufolge "Intimität erzeugen und zugleich Distanz halten" soll. Für die Kritikerin überzeugen zwar die Schilderungen der Beziehung zwischen Mutter und Tochter, aber der Grad an "Selbstentblößung" ist ihr doch zu viel.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2025

Rezensentin Ann-Kristin Tlusty ist etwas genervt von Lize Spits neuem Buch. Die Handlung springt zwischen der Gegenwart, in der die Mutter der Erzählerin eine Krebsdiagnose erhält, und Kindheitserinnerungen hin und her. Der Text ist in Tagebuch-Form verfasst, erklärt Tlusty, und hierin steckt seine erste Schwäche: Natürlich können Tagebücher literarischen Wert haben, aber der "deskriptive" Tonfall und die Banalität der Alltags-Schilderungen verhindern das hier leider, meint die Rezensentin. Das "populärpsychologische Vokabular", mit dem hier menschliche Beziehungen analysiert werden, kann die Kritikerin ebenso wenig beeindrucken wie die Schilderungen jugendlicher Unsicherheiten in Bezug auf den weiblichen Körper. Das hat Tlusty so oder so ähnlich alles schon gelesen. Starke Sequenzen sind die, in denen sich die Erzählerin mit dem immer näher rückenden Tod der Mutter auseinandersetzt - leider reicht das nicht ganz für ein gelungenes Buch, bedauert die Kritikerin.