Lion Feuchtwanger

Erfolg

Hörspiel. 5 CDs
Cover: Erfolg
Audio Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783898137522
CD, 25,99 EUR

Klappentext

5 CDs, 356 Minuten. Sprecher: Axel Corti, Hannelore Elsner u. a. Provinzialismus, Korruption und aufstrebender Nationalismus bestimmen das München der 20er Jahre. Das erfährt Dr. Martin Krüger, Direktor der staatlichen Sammlungen, bitter am eigenen Leib. Mit seiner Vorliebe für expressionistische Kunst ist er den politischen Mächten ein Dorn im Auge. Ein hinterhältig angezettelter Meineidsprozess befördert ihn kurzerhand ins Gefängnis. Das SWR-Hörspiel zeichnet nicht nur die aufstrebende Macht der Faschisten nach, sondern ist zugleich eindrucksvolles Gesellschaftspanorama einer ganzen Epoche.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2008

In seinem Roman "Erfolg" blickt der Autor Lion Feuchtwanger, inzwischen nach Berlin gezogen, auf die frühen Zwanziger in seiner früheren Heimat, der "Provinz"-Stadt München zurück. Er schafft dabei ein riesiges, durchaus "soziologisch" anspruchsvolles Figurenarsenal um die Hauptfigur, den wegen allzu großer künstlerischer Freigeistigkeit ins Gefängnis geschafften "Museumssubdirektor" Martin Krüger. Eindrucksvoll findet der Rezensent Christian Deutschmann das so gezeichnete Gesellschaftspanorama, weil es "präziser, böser und erschöpfender kaum denkbar" sei. Nun wird eine Hörspielversion des Romans aus den achtziger Jahren als Hörbuch veröffentlicht - und sie wird, lobt Deutschmann, der Vorlage fast durchweg gerecht. Das gilt freilich auch für die Schwäche des Buchs, nämlich die "Blutarmut" seines Helden. Trotzdem, befindet der Rezensent, sollte der Wiederentdeckung Feuchtwangers als "Chronist und Epiker mit Biss" nichts im Wege stehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2008

Rezensent Wilhelm Trapp zeigt sich begeistert von dieser Hörspieladaption von Lion Feuchtwangers Roman "Erfolg", die 1984 vom SWR produziert wurde. Der Roman, der "analytische Schärfe" mit einem "süffigen" Lesevergnügen verbindet und "ein Zeit- und Sittenbild epochalen Ausmaßes" zeichnet, wurde dafür auf die beiden wesentlichen "Hauptstränge" eingedampft, so Trapp. Der höchst vergnügliche "Figurenreigen" aber bleibt erhalten. Es geht, kurz gesagt, um einen kleinen Kunstskandal Anfang der 30er Jahre, der das gesunde Volksempfinden verletzt. Der verantwortliche Museumsdirektor wandert dafür mit Hilfe einer Intrige hinter Gitter. Seine Geliebte sucht nun bei Prominenten und Einflussreichen um Hilfe. Rezensent Trapp hat seine ganz besondere Freude an den Lesenden: Denn das bayerische Idiom wird hier offenbar von echten kernigen Eingeborenen vorgeführt.
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