Klappentext
Lina Muzur erhält 33 Sprachnachrichten von Frauen, die in der Mitte des Lebens stehen - eine moderne Bestandsaufnahme einer ganzen Generation und ein kollektives Porträt weiblicher Realität. Wie leben Frauen heute? Wie gehen sie um mit Schicksalsschlägen, dem gesellschaftlichen Wandel, dem Älterwerden, der Erschöpfung? Dies ist der Versuch einer Bestandsaufnahme, in der die Frauen selbst zu Wort kommen. Frauen, die wütend sind, die alleinerziehend sind, die ihre Heimat verloren haben, ihre Eltern, ihre Nerven. Sie haben kleine oder große Kinder, die sie lieben, aber sie sind zerrissen. Es geht ihnen gut, sagen sie. Sie hatten Glück im Leben, sagen sie. Sie brauchen ihre Freundinnen mehr denn je, sagen sie.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2026
Ein Buch, das sich gut wegliest, das aber vielleicht nicht gar so gehaltvoll ist: So beschreibt Rezensentin Meredith Haaf diesen Band, den Lina Muzur, Programmleiterin bei Hanser, herausgegeben hat. Er versammelt verschriftlichte Sprachnachrichten, die Muzur in ihrem Umfeld eingesammelt hat, es sprechen hier Frauen aus der deutsch-österreichischen Literatur- und Kulturszene, einige Stimmen kann man leicht identifizieren, auch wenn im Buch nur Vorname, Wohnort und Alter genannt werden. Es handelt sich also um ein recht uniformes Milieu und auch die Themen, über die die Frauen sprechen, wiederholen sich, es geht um Vereinbarkeit von Beruf und Privatem, um Trump, um die eigenen Privilegien; um Männer eher systemisch-abstrakt als konkret. Das fügt sich zu einem eingängigen Stimmungsbild, wird auf die Dauer aber doch arg gleichförmig. Außerdem fragt sich die tendenziell skeptische Rezensentin, ob es ausreicht, sich als Teil einer Schicksalsgemeinschaft zu fühlen - wäre nicht vielmehr politisches Handeln gefragt?
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