Klappentext
Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Wohnung, wo alles knarrt und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein: zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe - ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.
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Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 17.07.2025
Viel anfangen kann Rezensentin Marie Dürr mit diesem Buch, das ein "Was wäre, wenn"-Szenario entwirft. Konkret setzt Anne Sauers Roman mit Toni ein, einer Mittdreißigerin, die ein Kind möchte, und die plötzlich in einem anderen Leben aufwächst, nämlich in dem Antonias, einer Frau, die anders als sie selbst, nicht in die Stadt gezogen ist, sondern weiter auf dem Dorf lebt und Mutter ist. Tatsächlich geht es in diesem Buch, erklärt uns Dürr, gar nicht um das "Was wäre, wenn", sondern darum, was die Figuren wirklich wollen, sowohl Toni als auch Antonia müssen sich zu den Erwartungen verhalten, die die Gesellschaft an sie als Frauen richtet, ihre Partner sind oft alles andere als empathisch, Toni etwa muss sich überlegen, ob es wirklich sie selbst ist, die ein Kind will. Ein schnell lesbares, reich- und facettenreiches Buch über Frauen und ihr Selbstverständnis hat Sauer geschrieben, heißt es am Ende der positiven Rezension.