Klappentext
Aus dem Englischen von Eva Bonné. Sie studiert Literatur, sie weiß, wie gute Liebesgeschichten funktionieren - Geheimnisse, Höhen, Tiefen. Doch die größte Liebesgeschichte hat sie selbst erlebt, und die folgt keinen Regeln. Im letzten Jahr ihres Studiums begegnet sie den beiden hochbegabten Studenten Sam und Yash, die sie in eine berauschende Welt aus Büchern, rasanten Wortgefechten und ausgelassenen Kartenspielen entführen. Es entsteht eine tiefe Freundschaft, die zwischen Liebe und gefährlicher Anziehung ins Wanken gerät. Jahrzehnte später ist sie eine erfolgreiche Schriftstellerin und führt mit ihrem Mann und den beiden Kindern ein gutes Leben - bis ein unerwarteter Besuch sie zurück in die Vergangenheit führt und sie zwingt, sich den folgenreichen Entscheidungen ihrer Jugend zu stellen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.07.2026
Für Rezensentin Alina Renner ist Lily Kings in den USA erfolgreicher und nun auf Deutsch erschienener Roman erst "schmerzhaft schön", gegen Ende dann eher nur noch schmerzhaft. Denn am Anfang findet sie noch toll, wie der Roman mit dem "beinahe Möglichen" spielt: Auf dem College trifft Casey in jungen Jahren die hochbegabten Studenten Sam und Yash; die entstehende Dreiecksbeziehung ist geprägt von einem Spiel mit gesuchter Nähe und ihrer Sabotage, auch von einem erzählerischen Spiel mit Verweisen auf "The Great Gatsby" - durchaus spannend, wie Renner hier geschlechterbedingte Machtgefälle kritisch aufzeigt, wenn Casey von den beiden Männern "Daisy" genannt wird. Weniger gut gefällt ihr dann aber der hintere Romanteil, der die Figuren im Erwachsenenalter beleuchtet; hier verhindern für sie "dramaturgische Leere" und schräge Figurenpsychologie eine tiefere Beziehung zum Geschehen. Schade um den bewegenden Einstieg und den "präzisen, zurückhaltenden Stil" der Autorin, vermittelt Renner.
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