Lilli Brand

Transitgeschichten

Cover: Transitgeschichten
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2004
ISBN 9783421058287
Gebunden, 157 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Lilli Brands Geschichten sind wahr. Sie hat sie selbst erlebt: Die Medizinstudentin aus Kiew schafft es, aus dem Teufelskreis von Drogen, Bordellen, Schulden und falschen Freunden auszubrechen. Jetzt erzählt sie von ihrem Leben im Transit, immerunterwegs, nie sicher, immer optimistisch und wahrhaft menschlich.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.10.2004

Dieses Buch birgt für den Rezensenten Detlef Kuhlbrodt nur eine einzige Schwäche: Es ist viel zu kurz. Zum einen, weil es wirklich autobiogafisch ist, was sonst eher selten vorkomme (da die Protagonisten des Rotlichtmilieus meist von außen beleuchtet werden, und dazu in gängigen Opferklischees). Und zum anderen, weil es im Gegensatz zu so mancher Autobiogafie das Erlebte wirklich vielfältig und ereignisreich ist. Lilli Brand, die in der Ukraine geboren ist und die zunächst als Stripperin in Warschau und dann bis 2001 als Prostituierte in Deutschland gearbeitet hat, erfrische mit einer Wahrheit, die man im Westen nur ungern höre oder sogar als "anstößig" empfinde: Sie "kennt den Preis, den es kostet, aus der Ukraine in den Westen zu kommen. Und sie ist bereit, ihn auch zu entrichten". Was dem Rezensenten Respekt abverlangt, genauso wie Brands "sehr humorvolle" Art, über ihre Erlebnisse zu schreiben. Die Detailfreude dieses Buches, das mit Hilfe von Helmut Höge redigiert wurde, kontrastiert auf angenehme Weise mit Brands sprachlicher Knappheit die Lakonik, und lässt den Rezensenten hungrig und erfreut zurück.
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