Mit dem vorliegenden Band wird durch die Erstedition der bisher unbekannten Lebenserinnerungen Levin Ludwig Schückings und den vollständigen Neudruck seiner dichterischen Werke der literaturwissenschaftlichen und institutions- und wissenschaftsgeschichtlichen Forschung umfangreiches, z.T. zuvor unzugängliches Quellenmaterial zur Verfügung gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2009
Dem Herausgeber von Levin Ludwig Schückings Selbstbildnis richtet Elmar Schenkel seinen Dank aus. Wenn er Ulf Morgensterns Entscheidung, des Literatur- und Sprachwissenschaftlers Schücking eigene, eher uninspirierte lyrische Produktion in den Band aufzunehmen auch nicht unbedingt nachvollziehen kann - das autobiografische Bild, das Schücking zeichnet, vermittelt dem Rezensenten gleich dreierlei: Einblicke in eine Wissenschaftlerseele, in den politisch-kulturellen Geist der Kaiserzeit sowie in die politische Haltung deutscher Akademiker zwischen den Kriegen. Einer wie Schücking, so gibt Schenkel zu verstehen, wächst vor diesem Hintergrund zum couragierten Systemgegner und verwandelt sich schließlich zum enttäuschten Gelehrten, der den Abgesang auf eine von Lern- und Lehrfreiheit geprägte Universität anstimmen muss.
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