Es geht wieder los! In den Clubs wird wieder gefeiert, in Frankfurt wurde das weltweit erste Museum für elektronische Musik eröffnet und der Sound von Trance erlebt ein absurdes Revival. Das Buch zum Sound der frühen Neunziger Jahre heißt wie der Sound selbst: "Trance". Ein Sachbuch/Essay-Hybrid, der Amokläufe an Schulen, Freundschaft und den Verzicht auf Drogen genauso behandelt wie die jugendliche Sehnsucht nachetwas Verpasstem: in diesem Fall der Trance- und Dance-Szene in Frankfurt am Main. Ein Techno-Text, der sich nicht nur der historischen Entwicklung von Techno und Trance weltweit widmet, sondern auch dem Aufwachsen in den Vororten und dem stundenlangen Tanzen bis zur vollkommenen Erschöpfung.
Rezensent Jens Uthoff liest in Leonhard Hieronymis "Trance" vom Lebensgefühl der Techno- und Trance-Subkultur im Frankfurt der 90er-Jahre. Der Autor beschreibt dafür nicht nur autobiografische Erinnerungen, sondern sammelt auch transkribierte O-Töne von Menschen aus der Szene, darunter beispielsweise Sven Väth, Rainald Goetz oder Gerd Schüler. Die wichtigsten Quellen sind hier Fernsehdokumentationen und aufgezeichnete Live-Reportagen, weiß Uthoff. Das wirkt dem Rezensenten zufolge angenehm unprofessionell, besitzt auch mal feinen Humor und wirft spannende Thesen auf. Die werden dann zwar zumeist einfach stehen gelassen, doch die gelungene Darstellung des Techno- und Trance-Moments gegen Ende der 90er-Jahre macht das verschenkte Potenzial für Uthoff wett. Ein interessantes Buch, resümiert er.
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