Leonardo Sciascia

Jedem das Seine

Ein sizilianischer Kriminalroman
Cover: Jedem das Seine
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783803125972
Taschenbuch, 144 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Arianna Giachi. Der brave Apotheker hat einen Drohbrief erhalten. Ein Scherz, meinen alle Honoratioren des Ortes, die im Laufe des Nachmittags in der Apotheke vorbeischauen. Zwei Tage später wird er auf der Jagd erschossen - und mit ihm erwischt es seinen Begleiter, den armen Doktor Rosello. Zwei unbescholtene Bürger, oder wollte vielleicht doch jemand ein heimliches Liebesverhältnis des Apothekers rächen? Die Carabinieri sind bald am Ende mit ihrem kümmerlichen Latein, aber den Lehrer Laurana beginnt die Sache zu interessieren: Ein zufälliger Fund weist zunächst zur Katholischen Kirche. War am Ende doch der Arzt Rosello gemeint? Hatte er etwas Gefährliches entdeckt? Leonardo Sciascia lässt Laurana allen Spuren nachgehen und bringt ihn dadurch am Ende selbst in Gefahr.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2009

Der deutsche Verlag verkauft diesen 1966 erstmals erschienenen Sizilien-Roman von Leonardo Sciascia im Untertitel als Kriminalroman. Und, in der Tat, um ein Verbrechen, um ein ganzes mafiöses kriminelles System geht es durchaus, meint der Rezensent Franz Haas. Ein Lehrer findet eine Spur, die von einem Drohbrief in Richtung Katholizismus führt, mit unabsehbaren Folgen. Ein Kriminalroman im engeren Sinn ist diese "Geschichte einer Kleinstadt" aber trotz Mord und Ermittlung, findet der Rezensent, nicht. Schließlich werde am Ende nichts aufgeklärt, schließlich ist am Ende nichts heiler, als es am Anfang war. Das spreche freilich nur für diesen Roman, den Haas zwischen Vitaliano Brancati und Luigi Pirandello verortet.
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