Lena Winkel

Tiere richtig zeichnen

Cover: Tiere richtig zeichnen
Transcript Verlag, Bielefeld 2025
ISBN 9783837679069
Gebunden, 304 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Die Geschichte der Buchillustration scheint ohne andere Tiere nicht denkbar. Doch wie werden Tiere in Kinderbuch und Comic überhaupt erst formal erzeugt? "Tiere richtig zeichnen" verknüpft grundlegende Positionen der "Cultural Animal Studies" mit Comictheorie und Illustrationswissenschaft und überlegt, welches Potenzial im Medium Illustration steckt, zur Kultivierung einer tiersensiblen Medienkompetenz beizutragen. Das geschieht auf zwei Arten: einmal als klassische, textbasierte Abhandlung, einmal zeichnend und erzählend in der Form eines Comics. "Tiere richtig zeichnen" ist folgerichtig als Wendebuch konzipiert, das so auch formal praktische und theoretische Erkenntniswege verzahnt. Ausgezeichnet mit dem Roland Faelske-Preis 2024.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2026

Rezensent Andreas Platthaus bejubelt dieses Buch, das einer "comicspezifischen Wissenschaftlichkeit" gewidmet ist und damit aufregendes Neuland erschließt. Keineswegs gibt uns Lena Winkel hier Anleitungen, wie Tiere richtig gezeichnet werden sollen. Vielmehr widmet sie sich in dieser auf ihrer Masterarbeit basierenden Veröffentlichung ethischen Fragen zum Thema im Umfeld con "Human-Animal-Studies". Und zwar tut sie das mit einer Doppelstrategie: Eine Hälfte des Buches ist eine wissenschaftliche Studie zum Thema, die andere ein Comic, in dem verschiedene tierische Figuren, insbesondere eine Ratte und ein Raptor, zu sehen sind, die die Thesen Winkels untereinander diskutieren. Außerdem, frohlockt Platthaus, zieht Winkel weitere reflexive Ebenen ein, da auch der jeweils unterschiedliche Zeichenstil, in dem Ratte und Raptor dargestellt werden, Teil der diskursiven Anordnung sind. Dazu gibt es im Theorieteil noch jede Menge Verweise auf die Comicgeschichte sowie eine besonders raffiniert eingesetzte Schildkrötenfigur als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis - dass die Buchgestaltung es offen lässt, ob der Theorieteil oder das Comic am Anfang steht, gefällt dem Rezensent ganz besonders gut. Insgesamt ergibt das ein Buch, das alle Erwartungen sprengt und die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Comicgenre auf eine neue Ebene hebt, so das enthusiastische Fazit.

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