Klappentext
Ein Satz, der mehr ist als nur ein Vorwurf - nämlich die Berliner Liebeserklärung schlechthin. Lea Streisand, gebürtige Berlinerin und bekannt von Lesebühnen sowie ihrer Hörkolumne auf radioeins, nimmt Einheimische und Zugereiste mit auf eine sprachliche Entdeckungsreise durch die Metropole. Sie erklärt, warum die Hauptstadt eigentlich nichts mit dem Bären zu tun hat, dass das Berlinerische eigentlich Berlinisch heißt (aber det spricht sich schlecht, wejen die Vaständjung) und dass vermeintlich typische Berliner Wörter wie Telespargel purer Kokolores sind.
Rezensionsnotiz zu Die Welt, 23.03.2026
Kein Dialekt ist so mit Fallstricken versehen wie der Berlinerische, lernt Rezensent Michael Pilz in Lea Streisands "Dialekt-Duden". Geprägt ist er vom Jiddischen, Rotwelschen, aber auch zentral von den Hugenotten, erfahren wir, so sind die Unterschiede in der Verwendung von "ick" und "icke" auf die zwischen "je" und "moi" zurückzuführen. Das eine Berlinern gibt es aber eigentlich gar nicht, lernt Pilz bei der kompetenten Autorin, schon durch die deutsch-deutsche Teilung, aber auch durch soziokulturelle Faktoren stellten sich allerhand Unterschiede ein. Herausgekommen ist ein "Metrolekt", der in selbstironisch-scharfer Art kommentiert und in dem "Kann man nich meckern" sowas wie das höchste Lob ist, so der Kritiker. Auch in der Literatur von Alfred Döblin und Kurt Tucholsky sei diese leider im Verschwinden begriffene Sprache glücklicherweise aufgehoben. Er freut sich, dass er nach der Lektüre von Streisands überaus gelungenem Buch nun "ick" und "icke" korrekt verwenden kann.
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