In Zusammenarbeit mit Rudolf Post. Das Wörterbuch bietet den Verdunkelungswortschatz von deutschen Geheimsprachen, die in den letzten zwanzig Jahren im Zuge der Neubelebung der Sondersprachenforschung dokumentiert worden sind. Dabei handelt es sich um sogenannte Rotwelsch-Dialekte, die durch die Integration von Wörtern aus Spendersprachen wie etwa dem Jüdisch-Deutschen, Romanes, romanischen und slavischen Sprachen sowie dem mittelalterlichen Rotwelsch als Geheimsprachen funktionieren konnten. Das Wörterbuch beruht auf Sprecherbefragungen und schriftlichen Quellen und ist nach Wortfamilien geordnet. Die einzelnen Artikel bieten neben dem Kopflemma schreibsprachliche Varianten, Bedeutungsangaben, Verwendungsbeispiele und Angaben zur Herkunft der Wörter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2024
Rezensent Wolfgang Krischke feiert das Buch des Germanisten Klaus Siewert und seiner Studenten als rares Ergebnis der "Königsdisziplin der Philologen", der lexikografischen Langzeitstudie. Das Nachschlagewerk mit 30.000 Wörtern des Rotwelsch führt Krischke nicht nur die vielen Dialekte dieser Geheimsprache vor Augen, sondern erinnert ihn auch an vergessene Wörter aus seiner Jugend wie "knülle". Krischke lauscht dem Rotwelsch in Aktion ("der sperrt die flippflappen op, schmus nobes!" - "der sperrt die Ohren auf, sei lieber ruhig!") und erfreut sich an den Früchten einer 30 Jahre langen Forschungsarbeit. Dazu gehören Befragungen der letzten Rotwelsch-Sprecher und Quellenstudien sowie Angaben zur Semantik, Grammatik und Etymologie. Eine Arbeit von unschätzbarem sprachkulturellem Wert, findet Krischke.
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