Paranormale Erfahrungen wie Hellsehen, Telepathie, Geisterkontakte, Nahtodeserlebnisse und Präkognition sind seit alters bekannt und dokumentiert. In prämodernen, "traditionellen" Kulturen bildeten sie eine Selbstverständlichkeit. Das Buch geht den gängigsten Phänomenen nach und versucht auf ethnologischer Grundlage, kombiniert mit parapsychologischen und neueren naturwissenschaftlichen (physikalischen) Erkenntnissen, eine Erklärung dafür zu geben. Der Essay eröffnet durch seine interdisziplinäre Fundierung und seinen Materialreichtum faszinierende Einsichten in ein zugleich altes wie auch aktuelles Thema und regt zum Nach- und Weiterdenken über den "sechsten Sinn" an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.09.2004
Mit fast "hausfraulich-praktischer Vernunft" erklärt der Ethnologe Klaus E. Müller die Ausgangsthese seines neuen Buches, in dem er sich den Momenten des Unerklärlichen in der Welt widmet. Warum sollte die Mehrheit der Menschen, die an Telepathie und Parapsychologie glaubt, falsch liegen, nur weil der westliche Teil derartiges für "Humbug" hält? Ausgehend davon macht sich Müller auf die Suche nach dem Übersinnlichen in verschiedenen Kulturen und verzichtet dabei auf "plakative Magieseligkeit", wie ihm Rezensent Frank Keil hoch anrechnet. Nach und nach entsteht vor den Augen des Lesers "ein bunter Flickenteppich aus Mythen", deren Interpretation dem Kritiker gelegentlich zumindest "bedenkenswert" erscheint. Zudem sind die Geschichten von amerikanischen Indianern bis hin zu Magiern in Europa "schön erzählt", was sie mitunter noch "stimmiger" erscheinen lässt. Aber auch wenn Müllers Thesen nicht an die Lehren des "Esoterikladens um die Ecke" erinnere - den "Stachel" des Widerspruchs konnte er dem Rezensenten dennoch nicht ziehen.
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