Das nordische Göttergeschlecht der Asen begegnet uns regelmäßig im Kreuzworträtsel. Mit nordischen Götternamen wie Odin, Thor und Loki mag sich vielleicht noch eine verschwommene Erinnerung verbinden. Aber wer weiß noch, was es in der nordischen Mythologie mit dem Weltenbaum Yggdrasil auf sich hatte oder mit der Midgardschlange, dem Riesen Ymir, dem Fenriswolf und schließlich mit dem Weltenende Ragnarök? Und doch ranken sich um diese und um viele weitere Gestalten und Ereignisse zahllose spannende und rätselhafte Geschichten, in denen es um Liebe und Kämpfe, Heldentum und Hinterlist geht und von denen uns beispielsweise Snorri Sturluson, der Schöpfer der Edda, kündet. Klaus Böldl erschließt uns eine facettenreiche Welt der Götter und Mythen des Nordens, wie wir sie aus den schönsten Sagen des klassischen Altertums kennen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2014
Die Quellenlage ist vertrackt. Umso dankbarer ist Tilman Spreckelsen dem Skandinavist Klaus Böldl für seine didaktisch kluge Einführung in die Götterwelt des Nordes, vor allem derjenigen Islands und Norwegens. Böldl stellt die sehr heterogenen Quellen vor, interpretiert sie und bringt sie laut Spreckelsen in eine Systematik, ordnet sie in Phasen und Traditionen und stellt so Beziehungen her. Auf gerade mal 300 Seiten eine reife Leistung, findet der Rezensent. Dass der religiöse Aspekt der Sagen inzwischen keine Rolle mehr spielt, macht für Spreckelsen den Reiz nicht geringer, wenn der Autor ihm die einzelnen Götter vorstellt.
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