Der neue Kommentar zur Apokalypse des Johannes vom bekannten Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger zeichnet sich dadurch aus, dass er neben der frühjüdischen auch die altkirchliche Apokalyptik konsequent heranzieht, ferner die bildende Kunst und die alten Liturgien als Wirkung der Offenbarung würdigt. Bis zum Beginn der Neuzeit werden die alten Kommentare ausgewertet. So entsteht über die Jahrhunderte hin eine grandiose Vielstimmigkeit, die bis heute niemand zähmen konnte. Die Johannesoffenbarung erscheint als prophetisches Buch, verfasst auf der Höhe urchristlicher Prophetie. Gerade sein Kirchenverständnis ist so genuin judenchristlich, dass es auch scharfe Kritik an andersdenkenden Juden üben kann. Dank seines sehr eigenständigen Jesuszeugnisses ist es zugleich durch und durch christlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2017
Für Manfred Gerwing steht fest, dass kein einzelner Gelehrter die Apokalypse des Johannes kenntnisreicher, umfassender, genauer oder lesbarer zu kommentieren vermag als Klaus Berger. Die vorliegenden Bände werden in die Theologiegeschichte eingehen, ist sich der Rezensent sicher. Für Laien wie für Profis gleichermaßen empfehlenswert findet Gerwing die Texte, da der Autor sowohl umfassende Literaturverzeichnisse anbietet, als auch die Aussageabsicht der Apokalypse definiert, die Entwicklung der Antichrist-Tradition aus ihr nachweist und historische, theologische sowie kulturwissenschaftliche Fragestellungen untersucht, bevor er zu der vom Kapitel bis zum Vers voranschreitenden Einzelkommentierung kommt. Letztere scheint Gerwing nur auf den ersten Blick kompliziert, ist letztlich aber übersichtlicher als eine Vers-für-Vers-Deutung, meint er, nicht zuletzt, da Berger es stets versteht, die Sache auf den Punkt zu bringen, wie Gerwing festhält.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…