Nach einer tödlichen Geiselnahme kehrt Olivia Bloch schwer traumatisiert in das Dorf ihrer Kindheit zurück. Schnell bekommt sie die Ablehnung der Einwohner zu spüren, die die Gerüchte zu glauben scheinen, sie wäre die Komplizin der Geiselnehmer gewesen. Als sich die Anzeichen mehren, dass sie beobachtet wird und außer ihr noch jemand in ihrer Wohnung ein und aus geht, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen - bevor es zu spät ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.06.2022
Mit Bewunderung, vielleicht sogar leiser Befremdung beobachtet Rezensentin Sylvia Staude , wie die Autorin hier das Splatter-Genre und das sensible Porträt einer Traumatisierten in einen Thriller zusammenspannt, wobei die psychologische Studie letztlich das höhere Gewicht zu haben scheint, vor deren Hintergrund die Gewaltszenen für die Rezensentin etwas krass dastehen. Besonders scheint der Roman auch zu erzählen, wie schwer es nach einer Geiselnahme, die der Ausgangspunkt des Romans ist, weiterzuleben. Das Opfer gerät selbst unter Verdacht, Liebesbeziehungen werden vergiftet, die Umwelt ist indifferent. Staude schildert "In deinen Augen der Tod" als ein genaues, aber nicht unbedingt tröstliches Buch.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.05.2022
Rezensent Kolja Mensing empfiehlt Kerstin Ruhkiecks Schauerroman aus der norddeutschen Provinz. Wie die Autorin, ausgehend von einer blutigen Geiselnahme, das Trauma einer jungen Frau erkundet, firm in der Welt "digitaler Dämonen" und "gespenstischer Kulissen" aus Imbiss, Bushaltestelle, Leichenhalle, findet Mensing bemerkenswert. Vor den Kritikeraugen entsteht aus wenigen Strichen eine Vorstadt-Hölle, die jeder kennt. Gut gemacht und gut kalkuliert, findet er.
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