Mondschein und Nachtigallengesang waren ihr verhasst, zumindest in der Literatur. Ganz im Sinne der beginnenden Moderne entwickelte Katherine Mansfield ihren eigenen, nüchtern-objektiven Erzählstil, der ihrem dichterischen Weltruhm einbrachte. Rosabels Tagtraum , eine exklusive Auswahl aus ihrem Gesamtwerk, lädt ein, die Meisterin der kleinen Form wiederzuentdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2009
Die Wiederauflage von Katherine Mansfields Erzählband hält Ingeborg Harms für ein großes Glück. Die miteinander kombinierbaren Prosastücke sprühen für sie vor Düften, Farben und Lichteffekten nach Fin-de-Siecle-Art, aber ohne die dekadente Müdigkeit. Laut Harms befällt die Figuren eher ein "vitalistischer Fluchtimpuls", der Tod im schlimmsten Fall. Die Texte, erklärt uns Harms, kreisen um narzisstischen Zeitvertreib und nicht zueinander findenden Paare im viktorianischen England, um Momente animalischer Sinnlichkeit, die die Autorin in aussagekräftige Metaphern kleidet. Laut Harms schreibt Mansfield eine feinsinnige Prosa aus der Welt der Frauen, Kinder und alten Menschen. Und draußen tobt eine Schlacht, "für die der Erste Weltkrieg nur am Rande einsteht".
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