Furye
Roman

DuMont Verlag, Köln 2025
ISBN
9783832181949
Gebunden, 352 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Ein tragischer Unfall. So nennt es die Presse, als ein Cabrio mitsamt der Insassen an den steilen Klippen der Küste in die Tiefe stürzt. 'Natürlich war das nicht die Wahrheit', schreibt die namenlose Erzählerin, die als Einzige weiß, was wirklich geschehen ist, und fügt in ihrem Notizbuch das zusammen, 'was vielleicht schon immer zusammengehörte, ohne dass wir es wussten'.Sie ist stilsicher und smart, Musikmanagerin, eine erfolgreiche Selfmadefrau, deren Gesicht das Cover der VOGUE-Business ziert. Die Realität hinter den Kulissen ihres beneidenswerten Daseins jedoch ist trist: Ihr Vater ist tot, außer ihrer Mutter, die sich langsam wieder ins Leben kämpft, hat sie keine Familie, und sie selbst glaubt seit geraumer Zeit, nichts mehr fühlen zu können. Ein Anruf lässt ihr - wenn schon nicht glückliches, so wenigstens stabil geglaubtes - Leben in sich zusammenfallen. Über Nacht setzt sie sich ins Auto und fährt los. Zurück in die trügerisch schöne Stadt am Meer, die sie vor zwanzig Jahren hinter sich gelassen hat. Dorthin, wo eine längst vergessen geglaubte Erinnerung begraben liegt. Dorthin, wo sie einst Alec, eine der Furien, war. Damals war sie siebzehn Jahre alt ...Zerrissen und getrieben von dem, was längst vergangen ist, und dem, was nie mehr sein kann, taumelt sie im wachtrunkenen Delirium zwischen Vergebung und Vergeltung durch das, was von ihrem Leben übrig ist - dem Unumkehrbaren entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 08.08.2025
Rezensentin Julia Schröder wird in "Furye" Zeugin davon, wie allzu hoher Anspruch einem Roman zum Verhängnis werden kann. Ein kunstvoll gebauter "Tränenreißer nach Godard'schem Vorbild" sollte Kat Eryn Rubiks (ehemals Kat Kaufmann) dritter Roman wohl werden, vermutet Schröder. Stattdessen ist daraus geworden: ein "Meilenstein des Lektoratsversagens". Dabei sind Idee und formale Konstruktion ja gar nicht schlecht, findet die Rezensentin: Eine junge Frau, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, hat den Klassenwechsel geschafft, erkennt mit Ende Dreißig allerdings, dass die Identität, die sie sich aufgebaut hat, nichts als eine leere Hülle ist. Um die Leere in sich zu füllen, begibt sie sich zurück in ihre Heimat und in die Erinnerung an ihre verlorene Jugend. Erzählt wird dies in miteinander verschränkten Aufzeichnungen der Erwachsenen und ihres früheren, jugendlichen Ichs. Doch leider muss Rubik es immer wieder übertreiben mit dem Kunstwillen, bedauert Schröder: exaltierte Beschreibungen trivialer Beobachtungen, unpassende Sprachbilder, ein gegen Ende haarsträubend unwahrscheinlicher Plot, und jede Menge eklektisch zusammengeworfener Anleihen und Anspielungen aus Mythologie, Kunst, Film und Musik. Das war wohl nix.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 31.07.2025
Kat Eryn Rubik hat sich für ihren neuen Roman eindeutig von der Geschichte um die griechischen Erinnyen inspirieren lassen, schließlich tragen auch die Figuren von ihnen inspirierte Namen, allen voran die Protagonistin Alec, verrät Rezensentin Julia Lorenz. Alec ist Musikmanagerin und gleich zu Beginn der Geschichte stirbt mit ihrem Vater der einzige normale Mann in ihrem Leben, geblieben sind nur seltsame, anstrengende Geliebte, erfahren wir. Der Roman zeigt viele Rückblenden in Alecs Leben als Kind von Migranten und auch zu ihren Freundinnen Tess und Meg, die ebenfalls wütend sind und diese Wut durchs Leben tragen. Die Kritikerin ärgert sich aber sehr darüber, dass die berechtigte Wut auf die Welt im Laufe des Romans einer sinn- und ziellosen Liebesgeschichte weichen muss, die man so schon hundertmal gelesen hat. Schade, dass der Roman "seine interessantesten Figuren und Aspekte vernachässigt", schließt die Kritikerin.