Karsten Krampitz

Der Kaiser vom Knochenberg

Roman
Cover: Der Kaiser vom Knochenberg
Ullstein Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783550083792
Gebunden, 192 Seiten, 18,50 EUR

Klappentext

Seine Freundin Esther scheint im siebenten Himmel. Der gesamte Bekanntenkreis gratuliert Tobias zur Vaterschaft in spe: "Glückwunsch. Respekt. Haste mal endlich was gemacht, was Hand und Fuß hat." Allein Tobias sieht die Welt auf sich zurasen. Bald schon ist die Stimmung getrübt. Denn seit seinem elften Lebensjahr ist sein rechter Arm nicht mehr gewachsen. Die Sache wird doch nicht erblich sein?Der Kaiser vom Knochenberg ist die Geschichte eines Unfalls, der nie passiert ist, und die Geschichte einer Kindheit, die trostlos war, aber nie ohne Komik. Mit leidenschaftlicher Fabulierkunst schreibt Krampitz mit dem Mut zur Selbstironie von Menschen, Zeiten und dunklen Geheimnissen - ein unangepasster, subtiler Roman von einem Erzähltalent, das für sich steht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2003

Karsten Krampitzs "Der Kaiser vom Knochenberg" hat Rezensentin Gisa Funk trotz einiger Schwächen recht gut gefallen. Obgleich im Ton recht "flapsig", durchziehe die Geschichte um den behinderten Außenseiter und Einzelgänger Tobias ähnlich wie Benjamin Leberts Internatsbeichte "Crazy" ein "Schmerzenston des selbsterlebten Elends, den eine auf Amüsement ausgerichtete junge Erinnerungsprosa oftmals ausspart". Insgesamt gleicht Tobias' Lebensbericht nach Ansicht Funks eher einem "langen Kumpelgespräch" als einem durchkomponierten Roman. Krampitz erzähle engagiert, manchmal überschießend und stellenweise redundant, ohne große literarische Ambition. An den schlechteren Stellen schrecke der Autor auch vor Plattheiten nicht zurück, an den besseren beweise er "genaues Gespür und Talent zu schwarzem Humor", verteilt die Rezensentin Lob und Tadel. Der "Kaiser vom Knochenberg" sei ein schnell geschriebenes Buch, an dessen Konstruktion Krampitz noch hätte feilen müssen, moniert Funk . Nichtsdestoweniger: "Dem anrührenden Charme einer offenherzigen Rotzlöffeligkeit, mit der er das eigene Schicksal preisgibt", schließt die Rezensentin, "tut das keinen Abbruch."

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