Barbara Kenneweg

Haus für eine Person

Roman
Cover: Haus für eine Person
Ullstein Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783550081774
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Rosa will ein neues, ein anderes Leben. Sie ist gerade dreißig und hat doch schon viel verloren: beide Eltern, die Liebe - und sich selbst. Radikal kehrt sie ihrem schnellen Großstadtleben den Rücken und zieht in ein vergessenes Viertel, in dem viele Vögel singen und lauter alte Leute wohnen. Hier sucht sie das "echte" Leben und verzettelt sich zunehmend zwischen Zweifeln, innerer Revolte und Einsamkeit. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist, erwägt sie einen Abbruch. Dann aber konfrontiert ihre hochbetagte Nachbarin Frau Paul sie mit Geschichten des Überlebens, mit der Möglichkeit von unerklärlichem Glück und niemals endgültigem Unglück. Rosa beginnt zu begreifen, dass ein hartnäckiges Verstehenwollen der Welt am Leben vorbeiführt: "Mein Kopf erschafft keinen Grashalm."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2017

Barbara Kenneweg hatte offensichtlich hohe Ansprüche an ihr Romandebüt: Natürlich dürfen die Kriegskinder und ihre Erinnerungen darin nicht fehlen, auch der Berliner Osten sollte vorkommen mit seinen schäbigen Ecken und dem ewigen Grau in Grau von Häusern und Bewohnern und daneben die grell leuchtende Überflussgesellschaft, die Kenneweg versucht zu parodieren, vor allem aber sollte es wohl ein "Porträt der sich überfordert fühlenden Generation Y" werden, mutmaßt Rezensentin Sabine Doering, ein Anspruch, der die Autorin scheinbar überfordert und den sie in gewisser Weise unfreiwillig durch ihr Scheitern erfüllt, nämlich indem sie selbst das beste Beispiel abgibt, so die Rezensentin. Das Ergebnis missfällt ihr: Beobachtunge, Gedanken und Gefühle werden so lange seziert und abstrahiert, bis "nichts als Pathos und Klischee" übrig bleiben. Schade.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2017

Rezensentin Sabine Doering lässt sich schnell von Barbara Kennewegs lethargischer Heldin anstecken. Denn die Geschichte um die 32-jährige Rosa, die sich in einem endlosen Monolog über ihr dösiges Leben auslässt und die nicht einmal durch eine unerwartete Schwangerschaft zu neuen Lebensgeistern erwacht, wirkt bald ziemlich erschöpfend, klagt die Kritikerin. Dabei wollte Kenneweg nicht weniger als die Generation Y porträtieren, die "prekäre" Lebenssituation im Berliner Osten analysieren, die Wohlstandsgesellschaft karikieren und ganz nebenbei noch die Kriegsgeneration skizzieren, fährt Doering fort. Leider findet die Autorin keine Sprache für ihren Roman, sondern verliert sich in "Pathos und Klischees", urteilt die Rezensentin ernüchtert.
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