Aus dem Japanischen von Sachiko Yatsushiro und Gerhard Knauss. Junichiro Tanizaki schildert die Geschichte einer langjährigen Ehe. Unfähig, über ihre geheimsten Sehnsüchte und Fantasien zu sprechen, beginnen die beiden Ehepartner jeweils, ein Tagebuch zu führen - ahnend, dass der andere das Geschriebene lesen wird. Auf diese Weise können sie ihr Inneres ungehemmt offenbaren: Sie legen Geständnisse ab, provozieren, täuschen bewusst. Und tatsächlich kommen sich die beiden dadurch körperlich wieder näher - nur ganz anders, als sie es sich vorgestellt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2016
Als Junichiro Tanizakis Roman "Der Schlüssel" 1956 in Japan erschien, war er ein Skandal, schreibt Rezensent Jan Wiele. Die Geschichte um einen Professor und seine Frau, die - jeder in seinem Tagebuch, das der andere aber liest - ihre sexuellen Wünsche offenbaren, hat heute nicht mehr den selben Reiz, gibt Wiele in seiner kurzen Kritik zu. Einiges wirkt heute eher befremdlich, wie die Vergewaltigung der betäubten Ehefrau. Die Frage, ob die beiden wieder zusammenfinden, hat für den Rezensenten allerdings ihre Spannung behalten.
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