Juliane Marie Schreiber
Wir sind Dynamit
Ein Manifest für Introvertierte in einer Welt der Selbstdarstellung
Klappentext
Unsere Welt belohnt die Lauten statt die Nachdenklichen, die Selbstdarsteller statt die Innenmenschen. Juliane Marie Schreiber zeigt, warum das kein Zufall ist, sondern System hat. Warum extrovertiertes Auftreten oft mehr zählt als Substanz - obwohl gerade in sich gekehrte Menschen starke Fähigkeiten für eine ungewisse Zukunft verkörpern: Autonomie, Kreativität und Resilienz. Doch dafür darf man sich nicht am Zeitgeist oder den Erwartungen anderer orientieren.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.06.2026
Rezensent Thomas Groß freut sich ein bisschen zu früh. Juliane Marie Schreibers Manifest für die Leisetreter, findet er erst mal toll, bestätigt es doch seine kühnsten Träume: Nicht die Großmäuler und Selbstdarsteller schmeißen den Laden, die Stillen, Introvertierten sind's. Soziologisch interessant findet Groß die Einblicke in die moderne Arbeitswelt, die Schreiber bietet: Powerpoint, Zoom Call etc. (etwas überholt vielleicht). Dagegen stellt sie die Gabe der Konzentration und holt sich Beistand in der Geistes- und Kulturgeschichte, bei den alten Griechen etwa. So weit, so gut. Doch wie Schreiber ihr Manifest sprachlich und argumentativ gestaltet, erscheint Groß kaum eines aufmerksamen Leisetreters würdig: schwarzweiß der Blick, laut, schnoddrig und pointenverliebt der Ton. Ein Fall von Slam Sociology, meint er naserümpfend.
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