Jürg Beeler

Das Gewicht einer Nacht

Roman
Cover: Das Gewicht einer Nacht
Haymon Verlag, Zürich 2004
ISBN 9783852184579
Gebunden, 144 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

So rasch wie möglich will der Ich-Erzähler wieder aus Zürich weg. Doch die Folgen eines Unfalls halten diesen Wanderer zwischen Welten, Städten und Frauenherzen in seiner Heimatstadt fest. Von einer Bekannten lässt er sich überreden, Touristen durch die Stadt zu führen. Listig und hinterhältig beginnt er vor seinem Publikum Dichtung und Wahrheit zu vermischen, der Leser erfährt Unerhörtes über durchtriebene Äbtissinnen, eine folgenreiche Wappenfälschung, über Zwinglis Visionen oder die Gefährlichkeit von Kopfsteinen. Während einer seiner Führungen glaubt er seine ehemalige Freundin Mira zu sehen, die zehn Jahre zuvor aus seinem Leben verschwunden ist. Was er vergessen wollte, bricht wieder auf, die Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre in Amsterdam verfolgen ihn. War es wirklich Mira, oder doch nicht? Die Suche nach ihr wird zur Auseinandersetzung mit seinem vergangenen und gegenwärtigen Leben. Und wie die Sehnsucht nach Mira wächst auch die Angst, ihr wieder zu begegnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2004

Schöne Sprache, beachtliches poetisches Talent, doch kein guter Roman - so lautet das Fazit der Rezensentin Eva-Maria Magel. Beeler lässt seinen Erzähler als Fremdenführer die Stadt Zürich durchqueren und dabei in seine Erinnerungen an die Kindheit und an die große und verlorene Liebe abtauchen. Oder nein: Eher überschwemmen sie ihn, mit "Metaphern und disparaten Szenen, die nur selten auf den Grund der Melancholie reichen". Beelers Dilemma: "Ihm, der mit einem Lyrikband debütierte, liegen die Metaphern, die Wortkaskaden, die lyrische Prosa. Zugleich entgleitet seine Geschichte immer wieder, geopfert für einen etwas manierierten Gedanken hier, eine aufgesetzte Milieustudie dort." Doch was will er eigentlich erzählen?

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