In seiner Münchener Habilitationsschrift über Bonaventura zeigt der junge Dozent für Fundamentaltheologie und Dogmatik in Freising, dass es Gottes geschichtliche Selbstmitteilung ohne ihre Annahme und ihr Verstandenwerden im Glauben der Kirche nicht gäbe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2010
Rezensent Jan-Heiner Tück schätzt Joseph Ratzingers Studie über Bonaventuras Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie, die jetzt im Rahmen der Gesammelten Schriften neu veröffentlicht worden ist. Das Besondere an der vorliegenden Ausgabe der Studie, Ratzingers Habilitationsschrift, ist nach Angaben des Rezensenten, dass sie auch die Passagen der Arbeit enthält, die der Theologe 1955 nach einer Kritik des Dogmenhistoriker Michael Schmaus gestrichen hatte. Die nun veröffentlichten Passagen über Bonaventuras Offenbarungsverständnis scheinen Tück von einiger Bedeutung, weil sie als Vorstudien zu Ratzingers eigenem Offenbarungsverständnis gelesen werden können. So wird für ihn etwa deutlich, dass Bonaventuras Verneinung eines innergeschichtlichen Offenbarungsfortschritts die von Skepsis gegen politischen Messianismus durchzogene Theologie Ratzingers geprägt hat.
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