Ausgewählt und aus dem Spanischen übertragen von Leopold Federmair und Alejandra R. Alberdi. Unsere Ausgabe schöpft aus dem Sammelband "Tarde o temprano" und bewahrt die chronologische Reihenfolge der Erstveröffentlichungen. Von den großen Gedichtzyklen haben wir nur ausnahmsweise einzelne Stücke aufgenommen, da sie vom Kontext losgelöst zumeist an Kraft einbüßen. Ein Genre, das Pacheco gern verwendet, ist die poetische Kurzprosa; auch hier haben wir uns auf einige Beispiele beschränkt. Besonders in den frühen Gedichten scheint ein in der hispanischen Lyrik sehr verbreitetes Metrum durch: der endecasilabo. Wir haben versucht, in unseren Übersetzungen wenigstens eine Ahnung von diesem innigen Miteinander von Poesie und Prosa zu geben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2004
Gestatten: Jose Emilio Pacheco - Florian Borchmeyer stellt dem deutschen Publikum den "wohl bedeutendste lebende Dichter seines Landes" - Mexikos - vor, dessen Werk aus vier Jahrzehnten hier in einem Band anthologisiert wurde. Eine schwere, aber ausgezeichnet gelöste Aufgabe, befindet der Rezensent, der sogar das Wagnis, auf die spanischen Originale zu verzichten, bejaht - ein Lob für "die sprachliche und stilistische Sicherheit des Herausgebers und Übersetzers Leopold Federmair". Pacheco ist Naturlyriker (viele Ameisen und andere Gliederwesen), aber eigentlich, erklärt der Rezensent, handeln seine Gedichte von Menschen, dem "seiner Natur nach jedoch noch immer sprachlosen Tier". "Ziel von Pachecos Lyrik", so Borchmeyer, "scheint es zu sein, diese Travestie wieder rückgängig zu machen und die ursprüngliche Tiergestalt des Menschen, seine Namens- und Sprachlosigkeit wieder ins Blickfeld zu rücken".
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