Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. In diesen "Überlebensübungen" rekapituliert Jorge Semprún die prägenden Situationen und Erfahrungen seiner frühen Jahre. Er fragt: Wie kann einer überleben, der jeden Moment damit rechnen muss, verhaftet zu werden? Und nicht nur überleben, sondern überdies politisch handeln, verschiedene Missionen als Kämpfer der Résistance ausführen, und zwar in beständiger Todesgefahr? Dabei rückt Semprún eine Erfahrung in den Mittelpunkt, die den moralischen Glutkern seines gesamten späteren Denkens und Schreibens bilden sollte - die Erfahrung der Folter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.12.2013
Jorge Semprun wäre heute 90 Jahre alt. Seinen Lebensrückblick liest Jürgen Verdofsky vor allem als Widerstandsgeschichte. Wie der Autor als politischer Aktivist emigrieren muss, in die Resistance geht, gefoltert wird und schließlich Buchenwald überlebt, all das kann der Rezensent hier noch einmal nachlesen. Die Folter als Urerlebnis kann ihm der Autor so gut es geht vermitteln, sie begrifflich fassen als Gegenstück zu jeder anderen Foltergeschichte. Buchenwald dann wird für Verdofksy im Buch zu einer Mischung aus Erinnerung und Parabel und zum Aufriss eines Romans, der nicht geschrieben wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2013
Unter dem Titel "Überlebensübungen" ist nun das letzte Buch des im Jahre 2011 verstorbenen Schriftstellers Jorge Semprun erschienen, berichtet Rezensent Andreas Platthaus, der diesen autobiografischen Lebensrückblick mit großer Anteilnahme gelesen hat. Semprun berichte in diesem unvollendeten Werk von seinem Stolz, das Konzentrationslager überlebt zu haben, von seinem Widerstand gegen die Nazis und später gegen Franco, etwa als geheimer Chef der Kommunistischen Partei in Spanien. Neben Enttäuschungen und Widerständen, die Semprun auch in den eigenen Reihen erlebte, liest der Kritiker hier auch bewegende, poetisch schöne Reflexionen des großen Autors, dem es darüber hinaus mit seinem Buch ein Anliegen war, seinen Mitstreitern, etwa Henri Frager, wieder ein Gesicht und eine Geschichte zu geben. Dieses beeindruckende Buch kann der Rezensent nur unbedingt empfehlen.
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